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Plantagenwirtschaft scheinen denen geähnelt zu haben, wie sie
heute z. B. zwischen einem deutschen mittelbäuerlichen und
einem ostelbischen Grofsgutsbetrieb bestehen. —
Weitere schwere Nachteile erwuchsen den britischen
Pflanzern endlich noch dadurch, da Cs es ihnen durch einen
hohen Exportzoll auf raffinierten Zucker verwehrt war,
ihren Rohrzucker selbst zu läutern (Edwards, VI, ch. V,
S. 444). Er muiste ungeläutert nach England gehen, wo
selbst sich vielleicht 50 Familien in dieses gewinnreiche Ge
schäft teilten.
Auch durch Steuern, Zölle und sonstige Abgaben waren
die britischen Pflanzer beträchtlich stärker belastet als ihre
ausländischen Konkurrenten (Rep. 1789, Bridges, II, S. 159).
b) Die Krisis selbst.
Alle diese Umstände vereint waren von überaus traurigen
Folgen für die britischen Zuckerpflanzer begleitet. Das un
mittelbare Ergebnis des Ausschlusses der amerikanischen Schiffe
war, dafs die Pflanzer in die ärgste Not an den unentbehrlichen
Produktionsmitteln, Holz, Vieh, Lebensmittel u. s. w., gerieten.
Die Einzelstaaten der Union vergalten nämlich die egoistische
Schiffahrtspolitik Englands mit gleichem. Einzelne verboten
den Zutritt englischer Schiffe überhaupt, andere legten höhere
Zölle auf britische Produkte (Huskisson’s Speeches, III, am
12. Mai 1820). Infolgedessen stiegen die Preise für die aus
Nordamerika importierten Güter oft um mehr als 50 °/o (Rep.
1789, V. Evid. of the Council of St. Christopher, of Grenada,
of Antigua etc.). „The supply of American articles necessary
for a sugar plantation, such as lumber, fish, rice, oil, corn etc.,
by being brought in Américain vessels, comes to the French
planters at less than half the price given by the English.“
Die französischen Inseln genossen nämlich seit dem mit den
Vereinigten Staaten abgeschlossenen Abkommen vom 30. August
1784, welches den amerikanischen Schiffen freien Zutritt ge
währte, gröl'sere Handelsfreiheit als die britischen (Arnould, I.
5. 90, Pitkin, S. 187 u. a.). Auf den letzteren steigerte sich
der Mangel an Lebensmitteln derart, dafs von 1780—81 und
von 1784—80 richtige Hungersnöte ausbrachen, die, verstärkt
durch entsetzliche Orkane und Dürren, den Tod von
15000 Negern auf Jamaika zur Folge hatten (Edwards, VI.
6. 394). „The danger was imminent, the distress appalling.
From this period the decline of Jamaica proceeded with
accelerated speed“ (Bridges II, S. 194). Um der Not zu steuern,
muiste der Gouverneur das Einfuhrverbot für amerikanische
Schiffe mehrmals zurücknehmen (Edwards, ibid).
Die Folge der allgemeinen Teuerung auf den britischen
Inseln war die, dafs die ausländischen Pflanzer mit Hilfe der