Full text : Die wirtschaftlichen und politischen Motive für die Abschaffung des britischen Sklavenhandels im Jahre 1806/07

XXV  1.

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Sklaverei  und  des  Sklavenhandels  hingestellt.  „Die  allgemeine
Menschlichkeit  wird  verhöhnt,  damit  sich  der  Sklavenhändler
mit  Pasteten  mäste  und  die  Tochter  seines  Schiffers  in  Seide
und  Musselin  dahinflattere!“  (Isert,  S.  359).
Durch  diese  geschickte  Interessenverwirrung  hatten  die
Schutzzöllner  erreicht,  was  sie  wollten.  Jenen  barbarischen
Sklavenhaltern  gönnte  niemand  mehr  in  England  billige
Rücksichtnahme  auf  ihre  berechtigte  Freischiffahrtspolitik.
Dem  schutzzöllnerischen  Gedanken  wurde  damit  in  Westindien
zum  Siege  verholfen.
Die  Bewegung  gegen  die  Sklaverei  und  den  Negerhandel
ist  somit  von  den  schutzzöllnerischen  Handelskreisen  eine
Zeit  lang  stark  begünstigt  und  als  Mittel  für  selbstsüchtige
Zwecke  gemifsbraucht  worden.  Wesentlich  durch  diese  merkwürdige ­
  Interessengemeinschaft  erscheint  es  erklärlich,  dafs
der  Kampf  gegen  den  Sklavenhandel  seit  1783  so  reifsende
Fortschritte  machen  konnte.
Belege  für  die  soeben  entwickelte  Darstellung  dürften  in
der  Literatur  nicht  leicht  zu  finden  sein.  Schwache  Andeutungen ­
  darauf  enthalten  folgende  Stellen  aus  Bridges
(II,  S.  195—197).  Wilberforce  und  sein  selbstloser,  aufopferungsvoller ­
  Kampf  gegen  den  Sklavenhandel,  den  er  —
natürlich  unbewufst  —  im  Dienste  der  Schutzhandelspartei
führte,  wären  demnach  „ein  Beispiel  dafür,  wie  ein  weiser
Mann  sich  selbst,  wie  ein  guter  Mann  andere  täuschen  kann“  !
—  „Es  ist  vielleicht  nicht  hochherzig,  aber  wahr,  wenn  man
das,  was  auf  den  ersten  Blick  dem  Geist  der  Freiheit  entsprungen ­
  zu  sein  scheint,  parteiischen  Stimmungen  und
politischen  Absichten  zuschreibt.“
Bezüglich  der  moralischen  Entrüstung  gewisser  den
Menschenhandel  bekämpfenden  Parteien  sollte  man  nach
Bridges  vorsichtig  sein  und  „rather  to  ascribe  to  unworthy
motives  the  interference  of  those  who  embraced  the  opportunity ­
  to  impose  upon  the  popular  credulity,  and  raise  their
own  fortunes  by  preaching  the  crusade  which  commenced
against  the  sugar  colonies.“  —  Vielleicht  rührten  auch  von
den  am  Kampf  beteiligten  Rhedern  die  Geldmittel  her,  durch
welche  die  kostspielige  Agitation  gegen  den  Sklavenhandel
bestritten  wurde?  —

Dritter  Teil.
Die  Einsicht  in  die  Schädlichkeit  der  Sklavenlieferungen
an  die  nichtbritischen  Kolonien.
Der  Abfall  Nordamerikas  hat  vor  allem  dem  in  die  ausländischen ­
  Kolonien  geführten  Sklavenhandel  eine  gänzlich
            
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