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Produktionsmittel nach Westindien steigerte und so im letzten
Grunde das kommerzielle Übergewicht Grofsbritanniens erhöhte.
Der 1774 ausbrechende Aufstand der Nordamerikaner und
die dadurch verursachte wirtschaftliche Krisis in Britisch-Westindien
legten Bresche in diesen Zusammenhang. Je mehr
Sklaven England an die französischen und spanischen Konkurrenten
verkaufte, um so besser wurden jene in den Stand
gesetzt, den britischen Zuckerproduzenten Konkurrenz zu bieten.
Jeder in die ausländischen Inseln gehandelte Neger stärkte
deren produktive Kraft und verschob die an sich schon
mifsliche kolonialpolitische Lage immer weiter zu Englands
Ungunsten. Der Einwand, dafs England an dem wachsenden
Reichtum der fremden Pflanzer infolge ihres Randes mit den
Nordamerikanern einen Gewinnanteil hätte, galt nicht mehr;
denn Nordamerika war selbständig. Höchstens noch in privatwirtschaftlicher
Hinsicht konnten diese Sklavenlieferungen vorteilhaft
genannt werden ; vom volkswirtschaftlichen Standpunkt
aus aber nicht. Der Earl of Moira kennzeichnete ihren
Charakter trefflich mit den Worten: „Slaves are raw material.
It has always been considered as highly impolitic to export
to foreign states any raw material from this country, which
was afterwards to be worked up into manufactured articles!“
(H. o. L. 7. V. 1806). —
Es hat lange gedauert, bis diese Erkenntnis Allgemeingut
der britischen Nation geworden ist. Frühe Spuren finden
sich bereits 1784 bei J. Ramsay, der sie in seiner Abolitionsschrift
„Inquiry into the slave trade“ als Agitationsmittel verwendet.
Er schreibt S. 20/21 : „It is a notorious fact, that a
considerable proportion of our African trade has been directed
to the supply of the French colonies .... and that the improvement
arising thence .... threatened to bring our existence
as a naval power to an end!“ Gegen Ende der 1780er Jahre
waren bereits Pitt, Fox, Wilberforce und andere hervorragende
Politiker von Zweifeln an der Nützlichkeit des Handels erfüllt.
In dem Report 1789 (V. C. Nr. 5) spielt z. B. die Frage:
Do not the French purchase from our trades a great proportion
of the negroes they want, and do not they pay a
higher price for them? eine wichtige Rolle.
Trotz der Schwierigkeiten, welche die Gesetzgebungen
den britischen Sklavenimporten auferlegten, gingen von den
38000 Afrikanern, welche England jährlich über den Ozean
verschickte, bei weitem der gröfsere Teil in die ausländischen
Kolonien. Den Hauptstrom der schwarzen Einwanderer nahmen
die spanischen, holländischen, dänischen und französischen
Inseln auf. Die ausländischen Inseln vermehrten ihre Produktion,
versorgten einen wachsenden Teil Europas mit ihren
Kolonialwaren und nahmen an Wohlstand zu, während die
britischen ihrer teureren Preise wegen nur noch im Mutter-