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Bedarf an Geld.
des in Rede stehenden Problems überhaupt unmöglich
zu sein. Indess ist dieser Schluss, zu welchem in der
That auch dieser und jener Schriftsteller gelangt ist^i),
doch voreilig und ungerechtfertigt. Man muss nur, um
zu einem Ziele zu gelangen, von vornherein einen
ganz anderen Weg einschlagen als den bisherigen.
Dieser einzuschlagende Weg besteht darin, dass man
sowohl von den einzelnen Geldstücken (und ihrer
Wanderschaft durch verschiedene Hände) als von den
einzelnen Personen oder Volksklassen (und ihren Ein
nahmen und Ausgaben oder Zahlungen und Einkassi-
i’ungen) vollkommen abstrahirt, und ausschliesslich den
Zahlungsprocess selbst in’s Auge fasst, gleichviel durch
wen oder an wen und mit welchen Geldstücken die
Zahlungen ausgeführt werden, und dass man ferner bei
der Fragestellung nicht gleich auf einen ganzen Zeit
raum, sondern, wenigstens zunächst oder von vorn
herein, nur auf einen bestimmten Zeitpunkt resp. be
stimmte Zeitpunkte Bezug nimmt; denn aus dem Um
stand, dass ein und dasselbe Geldstück, einer Schraube
21) Zu diesem negativen Ergebniss kommt u. A. W. S.Je-
vons, Geld und Geldverkehr, p. 345; ,,Ai wird sich nun zeigen,
dass die frage, wie viel Geld eine Nation bedarf, so vielerlei unbe~
kannte Grössen einschliesst, dass sich eine sichere Lösung niemals
wird erlangen lassen.**