Metadata: Geschichte des Bremer Binnenhandels im 19. Jahrhundert namentlich unter den alten Verkehrsformen und im Übergang

• » 
— 92 — 
Hannover, Waltjen und eine Mindener Werft aus; es wurde dann 
auch noch eine eigene Reparaturwerkstatt der Vereinten Weser- 
Dampfschiffahrt in Hameln begründet, die hier noch zu 
erwähnen ist. 4 ) 
Wüstenfeld in Münden und Henschel 2 ) in Kassel waren Erbauer 
des Dampfers Herzog Wilhelm der Gebrüder Haarmann in Holzminden, 
der 1845 in Fahrt gesetzt wurde etc. 1 ) 3 ) 
Berühmt waren und sind die Bremer Segelschiffe des Seeverkehrs. 
Träger des Ruhms ist heute und seit 1860 namentlich Johann 
C. Tecklenborg A.-G. 4 ), die Erbauer der schnellsten und bis vor 
kurzem gröfsten Klipper Potosi und Preufsen von Laeisz in 
Hamburg; auch das heutige gröfste Segelschiff gehört nach Bremen, 
der Werft und Reederei von Rickmers. Der Ruhm der Weser- 
Seeschiffswerften ist seit 1839 nachzuweisen 5 ), sein erster Vertreter 
war Lange. 5 ) 
Bei dem alten Treidelbetrieb zerfiel die Oberweser zunächst in 
verschiedene Abschnitte, je nachdem, ob Pferde gebraucht wurden 
oder Menschen genommen werden mufsten. Das Leinenziehen 
durch Menschen kam kurz vor und nach Vereinbarung des Weser- 
schiffahrtsregulativs 1815 zur Abschaffung. 6 ) Die Regierungen 
hatten es im Interesse der üferanlieger und Dorfschaften konserviert, 
*) Vgl. die Jahresberichte der Gesellschaft der Vereinten Weser-Dampf 
schiffahrt (Sammlung der Bremer Stadtbibliothek). Die eigene Schmiedewerkstatt 
wurde 1847 eingerichtet. 
2 ) Die Henschelsche Maschinenfabrik in Kassel beschäftigte 1845 
150 Arbeiter. Engel, Weserbuch, S. 16; W. Lotze, Gesch. d. Stadt Münden, 
1878, S. 122, 836. 
3 ) August Engel, Weserbuch, 1845, S. 9. 
4 ) (Carsten Eduard Rosenhagen), üt mien Fohrenstied, Bremen, 
1906, S. 68—69. 
») Fr. v. Reden, Das Königreich Hannover, II. Abt,, 1839, S. 182 
und 185. 
Heinrich Meidinger, Die deutschen Ströme, IV. Abt., 1854, S. 100. 
A. Duckwitz, Denkwürdigkeiten aus meinem öffentlichen Leben, 
1877, S. 18. 
«) 1814—16 wurde das Leinenziehen durch Menschen überall aufgegeben, 
nur Lippe sträubte sich noch bis 1818. Vgl. a. Keller, III. Bd., S. 146, 248 u. a. 
Eine historische Darstellung von dem damaligen Zollkommissar Georg Friedr, 
Niemeyer in Celle über das Treideln, die dieser als Denkschrift wegen Ab 
schaffung des Menschenzuges verfafst hat, liegt im Bremer Staatsarchiv 
unter dem 2. Juni 1814 (Arch. Coli. Sen. 1813; er hat sie der west 
fälischen und der hannoverschen Regierung eingereicht). Vergl. ferner: 
Memoire der Deputierten des Bremer- und oberländischen Handels 
standes zur Beförderung einer besseren Weserschiffahrts-Ordnung an ihre
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.