Full text : Antike Wirtschaftsgeschichte

Berufsehre,  Sklaverei.

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Massen  ist  im  allgemeinen  nicht  die  Rede.  Soweit  wir  genauere
Berichte  besitzen,  scheinen  bessere  Haushaltungen  z.  B.  in  Ägypten
1—4  Sklaven  gehabt  zu  haben,  was  ungefähr  dem  heutigen
Bedarf  an  Dienstboten  entspricht.  Nur  im  Fabriksbetriebe,  in
den  Bergwerken  und  im  Handel  nahmen  sie  die  mehrfach  geschilderte ­
  Stellung  ein  (S.  73).  Der  Sklavenzuwachs  in  dieser
Epoche  war  nicht  sehr  groß,  da  die  Feldzüge  Alexanders  z.  B.
lange  nicht  so  viele  Sklaven  lieferten,  als  der  damaligen  Kriegstechnik ­
  entsprochen  hätte.  Er  behandelte  die  Orientalen  im  allgemeinen ­
  mit  Schonung  und  ließ  nur  ausnahmsweise  größere  Massen
in  die  Sklaverei  verkaufen,  so  nach  der  Erstürmung  von  Tyrus
—  nachdem  die  Jungmannschaft  hingerichtet  worden  war  (Diodor
  XVII,  46),  oder  nach  der  von  Gaza  (Arrian,  Anabasis  II,  27).
Zu  den  Ländern,  die  durch  die  hellenistische  Epoche  besonders  gefördert ­
  wurden,  gehörten  Syrien,  Mesopotamien  und  Ägypten,
ohne  daß  es  aber  dabei  zur  Schaffung  eigentlich  neuer  Wirtschaftsformen
  gekommen  wäre.  Die  Stadt  Alexandria  war  schon  durch
ihre  Anlagen  hervorragend,  regelmäßig  gebaute  Quartiere  gaben
ihr  ein  modernes  Aussehen,  ein  prächtiger  Hafen  mit  riesigen
Dämmen  lockte  die  Schiffer  herbei,  gewaltige  Lagerbausanlagen
förderten  den  Großhandel  (Strabo  XVII,  1).  Wie  Antiochia
(S.  80)  den  Handel  mit  Mittelasien  und  Mesopotamien  zum
Teil  in  der  Hand  hatte,  so  beherrschte  Alexandria  den  Handel
mit  Arabien  und  Indien.  Abgesehen  davon,  daß  Alexandria
selbst  zahlreiche  industrielle  Etablissements  in  seinen  Mauern  beherbergte, ­
  verfrachtete  es  die  Zerealienschätze  Ägyptens  sowie  die
auf  dem  stachen  Lande  und  in  den  andern  Städten  erzeugten  Jndustriewaren.
  Dies  wurde  durch  die  überaus  günstige  Lage  am
Nil  unterstützt,  die  in  gewissem  Sinne  einzigartig  war,  da  keine
der  andern  großen  Städte  in  ähnlicher  Weise  an  einem  so  großen
und  als  Verkehrsweg  so  brauchbaren  Flusse  lag.  Hierher  kamen
Waren  aus  dem  ganzen  Okzident  und  Orient  (Küstenfahrt  im
Erythräischen  Meere),  und  so  erschien  Alexandria  als  der  Stapelplatz ­
  für  die  Güter  der  ganzen  Erde,  als  ein  Marktplatz  aller
Nationen  (Dio  v.  Prusa  XXXII,  36).  Die  Ptolemäer  nahmen
"  alte  Traditionen  wieder  auf,  als  sie  den  Kanal  eröffneten,  an  dem
Necho  gebaut  (S.  13)  und  mit  dem  sich  auch  Darius  beschäftigt
hatte.  Es  wurden  Hafenanlagen  errichtet,  so  z.  B.  in  der  Nähe
des  heutigen  Suez  bei  Arsinoë.  Auch  Stapelplätze  und  Faktoreien,
zum  Teil  mit  militärischer  Besatzung,  wurden  an  der  Ostküste
            
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