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demokratische Presse, die sich streng zum marxistischen Dogma bekennt,
inan höre die Reden der Agitatoren zweiten und drittel! Ranges,
die sich in die Brust werfen und dem profanen vulgus zu ihren
Füßen stolzerhobenen Hauptes erklären: „Ich kenn meinen Marx" —:
ob man nicht täglich solcherart ethischen Raisonnements in ihren
Schriften und Reden begegnet, die dem Marxismus so innerlich
fremd sind wie Nietzsche dem Christentum. Aber da diese schönen
lind dein Herzen wohltuenden Lehren den Massen als marxische er-
scheineli, so ist das abermals ein Grund, dem Verkünder dieser Lehren
zuzujiibeln. Und da erweist sich nun ein anderer Umstand als ganz
besonders geeignet, die Marxverehrung ins Unermeßliche zu steigern:
das ist diesmal der wirkliche Geist seiner Lehren, der als ein streng
ìvissenschaftlicher, das heißt auf die Erforschung der Wahrheit ge
richteter sich darstellt. Das weiß inan allerwärts, wo Marx ver
kündet wird: Marx hat ein großes System der Nationalökonomie
verfaßt. Dieses System ist der Gipfel der Gelehrsainkeit, ist eine
Fundgrube des Wissens, ein Arsenal des Geistes. Was in btefein
System niedergelegt ist, ist das Ergebnis rein wissenschaftlicher
Forschnng: es ist die Wahrheit. Wenn nun in diesem wissen
schaftlichen Buche der Nachweis geführt war, daß die Arbeiter in
der kapitalistischen Gesellschaft „ausgebeutet" werden: je nun — was
konnte noch inehr im Interesse des Sozialismus geleistet werden,
als das instinktive Empfinden des einzelnen aus der Masse nüt beni
Glorienschein objektiver Wahrheit zu umkleiden. Daß sich in dieser
eigenartigen Weise Wissenschaft und Ethik in der Vorstellungswelt
des gemeinen Mannes verquicken konnten: darin liegt sicherlich eines
der wesentlichen Geheimnisse verborgen, deren Enthüllung uns die
Sieghaftigkeit des Marxismus verstehen hilft.
Aber diese Eigenart der Marx'schen Lehren: den Sozialismus