hat, wogegen die Ausfuhr nach Oesterreich-Ungarn sich lediglich
in den bisherigen regelmässigen Bahnen weiter bewegt hat.
Die Position Fabrikate und Präparate zu pharmaceutischen
Zwecken wird zuerst in der Statistik für 1900 getrennt aufgeführt;
1900 betrug die Einfuhr 1157 t im Werte von 2,89 Mill. Mk.,
wovon aus Belgien 164, Frankreich 109, Grossbritannien 189 t
stammten.
Die Ausfuhr belief sich auf 23591 im Werte von 8,26Mill.Mk.,
wovon nach Belgien 182, Dänemark 44, Frankreich 65 t gingen.
Die Ausfuhr ist demnach eine hochbedeutende und wie sich
annehmen lässt, ist sie auch in weiterer erheblicher Zunahme
begriffen.
Für diejenigen Erzeugnisse und Präparate, zu denen Alkohol
verwendet wird, erweist sich die inländische Branntweinsteuer
als sehr lästig, sofern nicht, was leider nicht immer der
Fall ist, der Spiritus für derartige Zwecke steuerfrei abgelassen
wird. Jedenfalls müsste für pharmaceutische Präparate Alkohol
stets steuerfrei abgegeben werden; wird doch ohnehin der auswärtige
Absatz alkoholartiger Präparate schon dadurch sehr
erschwert, dass diese in den meisten Ländern Zöllen unterworfen
werden, die ungleich höher sind, als die Abgaben, die
jene Länder von inländischem Branntwein erheben; hier liegen
viele berechtigte Wünsche für den Neuabschluss von Handelsverträgen
vor.
Drogerie- und Apothekerwaren unvollständig deklariert,
kommen nur für die Ausfuhr in Betracht, die in den Jahren
1895—1900 betrug: 193, 156, 157, 156, 155, 185 t," im Werte
von 0,59, 0,56, 0,61, 0,56, 0,62 und 0,82 Mill. Mark. Hauptsächlich
richtete sich die Ausfuhr nach Schweden, Finnland,
Norwegen und Oesterreich-Ungarn.
Die chemische Grossindustrie, die für die Fabrikation von
Drogen waren in Betracht kommt, hat ihren Sitz hauptsächlich
am Untermain und Mittelrhein (Höchst, Griesheim, Hanau,
Frankfurt, Ludwigshafen, sowie Elberfeld u. a.).
Die deutsche Chemikalienindustrie, namentlich diePräparatenund
Farbwarenindustrie, hat heute die Führerrolle unter den chemischen
Industrieen der Welt. Auch dürfte vorläufig keine noch
so geschickte Nachahmung und keine noch so grosse Kapitalkraft
des Auslandes imstande sein, diese leitende Stellung .zu erschüttern.
Bei der Gewerbezählung von 1895 beschäftigte die
chemische Grossindustrie (d. h. die in Gruppe 7 der Reichsstatistik
versuchte Zusammenstellung der verschiedenen Spezialitäten)
115000 Personen. Nach der Zusammenstellung der