Direktor des Stahltrusts wurde, wurde erst zwei Jahre
später offenbar, da Morgan als Zeuge vor der Handels-
kommission aussagen mußte, Hierbei wurde er auch
über Gates befragt. Er antwortete, er betrachte Gates
als sehr gefährlich für das Eisenbahnwesen. Diese
Aussage bestätigte das Gerücht, daß Morgan sich
Gates persönlich gegenüber in noch ganz anderen
Worten ausgesprochen hatte.
Durch die Organisation des Stahltrusts war Mor-
gans Ansehen gewaltig gewachsen, Im Juli 1902 war
er der Gast Kaiser Wilhelms IL, der ihn der förm-
lichen Etikette und den ihm erwiesenen Auszeich-
nungen nach behandelte wie ein Herrscher den an-
deren. Der Kaiser besuchte Morgan auf seiner Yacht
„Corsair” und er und Morgan waren mehrere Tage
lang zusammen, Später schickte der Kaiser den Hof-
zug nach Kiel, wo Morgans Yacht ankerte, um ihn
nach Berlin zu holen. Morgan hatte schon früher ge-
hört, daß der Kaiser öfter den Wunsch ausgedrückt
hätte, den Mann zu sehen, der das größte Werk der
Neuzeit auf industriellem und finanziellem Gebiete
organisiert hatte. Was der Kaiser von Morgan hielt,
seht aus seinem Benehmen gegen ihn hervor, Und
Morgans Meinung über den Kaiser, drückte er in
seiner charakteristischen Art aus: „Ich habe den
Kaiser gesprochen und er gefällt mir.“ Auch König
Eduard traf Morgan auf dem Kontinent und empfing
ihn später als persönlichen Gast in London, wobei es
allen, die die beiden bei dieser Gelegenheit sahen,
klar wurde, daß der englische König Morgan als den
finanziellen Beherrscher der Welt betrachtete.
Die Leitung des Stahltrusts sah im Anfang seines
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