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Die Heimarbeit unb ihre Verbreitung in der Metallindustrie.
der Arbeiter die Rohmaterialien, so erhält er für 1 Stück Revolver
1.75 bis 6.— Mk. und mehr per Stück, je nach Qualität. Die Preise
sind aber so gestellt, daß bei keiner Qualität ein Arbeiter, bei 13 bis
15 Stunden Arbeitszeit pro Tag, über 2,50 Mk., höchstens 3 Mk. verdient.
In den meisten Fällen bleiben sie weit darunter.
Für die gangbarste Sorte Revolver erhalten die Arbeiter 2 Mk.
pro Stück. Sie können davon l2 bis 20 Stück pro Woche liefern.
Auslagen haben sie für jeden Revolver: Rohmaterial, Temperguß 60 Pf.,
Beschußanstalt für Beschießen 25 Pf., Schäfter 12 Pf. und Polierer
10 Pf. Es bleiben den Arbeitern für jeden Revolver 93 Pf. Davon
ist Miete und Unkosten für Werkzeug abzurechnen. Liefern die Arbeiter
diese Revolver nur aus der Feile, das heißt soweit, daß sie zur
Schäftung und Poliererei gehen können, so erhalten sie 70 bis 75 Pf.
pro Stück bei den Zwischenmeistern.
Nicht besser stehen die Dinge bei den Teschings. Für ein Aufklapptesching
zahlen die Kaufleute 4,75 Mk., für ein einfaches Tesching
3.75 Mk. Ein Arbeiter kann in einer Woche fünfzehn Stück fertigstellen.
Unkosten entstehen bei Nr. 1: Rohstoffe und Einzelteile 2,12 Mk.,
Schäften, Beschußgeld, Polieren und Brünieren 1,05 Mk., zusammen
3,17 Mk.; Rest pro Stück 1,58 Mk., davon ab Miete und Werkzeug.
Unkosten bei Nr. 2: 1,20 und 0,85 Mk., zusammen 2,05 Mk.; Rest
1,70 Mk. Siehe oben.
Weit schlechter ist der Verdienst bei der Terzerol- und Pistolenfabrikation.
Tagesverdienste von 80 Pf. bis 1,50 Mk. sind die Regel.
Die Schäfter verdienen pro Tag 2 Mk., mit Frau und Kindern
2,50 bis 3 Mk. Den Polierern geht's nicht um ein Haar besser. Diese
mieten sich bei Werksbesitzern einen Platz und Kraft. Für ihre Zutaten
sorgen sie selbst.
Den Arbeitern in den verschiedenen Werkzeugbranchen ist die
Situation etwas günstiger; kommen dabei doch Verdienste von 24 Mk.
pro Woche vor. Im großen und ganzen ist die Lage in Zella und
Mehlis für die Heimarbeiter tieftraurig. Tägliche Arbeitszeit dreizehn
bis fünfzehn Stunden, auch Sonntagsarbeit; Wochenverdienst dabei
12 bis 20 Mk. Lebensmittel sind teuer, ebenso Wohnungen. Kleinste
Wohnungen, Stube, Kammer und Küche, kosten 120 Mk. und mehr.
Steuern zahlen diese Arbeiter 10 bis 40 Mk. Besserung ist für die
Zukunft nicht zu erwarten, kommen doch die Arbeiter aus den nahen
Orten: Benshausen, Schwarze, Herges, Ebershausen, Bermbach,
aus dem Hessengrund und lassen sich die Arbeiten zu noch
niedrigeren Preisen übertragen. Von den Kaufleuten in Zella und
Mehlis wird die Situation stark ausgenutzt. In Benshausen, wo die
Arbeiter mit der Anfertigung von Kurzwaren aller Art, Pfeffermühlen,
Brennscheren und anderes mehr beschäftigt find und auch Revolver und
andere Schußwaffen angefertigt werden, erzielen sie einen Verdienst
von 8, 9, 10 bis 13 Mk. pro Woche; Arbeitszeit pro Tag dreizehn
bis fünfzehn Stunden. Eine eigentümliche Erscheinung ist die: Je
mehr man dem Steinbacher Grunde, dem Hessengruud nahekommt,
je mehr sieht man die Heimarbeit zunehmen. In diesem
Bezirk, wo die sogenannte Schmalkaldener Kleineisenindustrie vorhanden