®ic Eifcl, Lothringen, Oberste»!.
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hören zu den Ausnahmen. In der Hausindustrie ist der Verdienst
schwer feststellbar, weil die Dauer der Arbeitszeit nicht bekannt ist.
Der stündliche Verdienst schwankt zwischen 15 bis 25 Ps. und erreicht
nur in einigen wenigen Fällen auch wohl 30 Pf. Bei diesem Verdienst
müssen sich die Heimarbeiter ihr Werkzeug selbst stellen, was namentlich
bei den Achatarbeitern schwer ins Gewicht fällt, als die Diamantbohrer
tmd Bohrvorrichtungen ziemlich teusr sind. In mehreren Fällen müssen
sich die Metallarbeiter auch den Borax und das Schlaglot selbst kaufen.
Um einen Einblick in die Herstellungsart des Hauptzweiges der Uhrkettenindustrie
zu bekommen, soweit sie als Heimarbeit in Frage kommt,
möge nachstehendes Beispiel dienen. Die einzelnen Glieder zu einer
Panzeruhrkette erhält der Heimarbeiter vom Fabrikanten geliefert. Diese
Ringe, die auf einer Seite offen sind, werden je nach der Länge der
Kette in entsprechender Zahl ineinander gehängt und mit der Drahtzange
zugebogen. Um einen Pfennig zu verdienen, muß der Heimarbeiter
144 Kettenglieder in dieser Weise zu einer Kette vereinigen.
Je nach Geschicklichkeit können bei fleißiger Arbeit in der Stunde
1400 bis 1500 Glieder ineinandergehängt und zugebogen werden und
entspricht dieser Leistung ein Verdienst von 10 Ps. Diese Arbeit wird
hauptsächlich von Kindern (selbst solchen vom 5. Lebensjahre an) ausgeführt,
auch Frauen sind daraus sehr eingeübt. Hierauf wird die
Kette an den Auslöter gegeben. Dieser glüht sie erst aus, läßt sie
langsam erkalten und spannt sie auf einen Draht. Hier wird dann
der mit einer Säure angerührte Borax nebst dem Schlaglot aufgetragen
und dann das Lot in der Stichflamme zum Schmelzen gebracht, also
die Kette gelötet. Nach dem Erkalten wird sie auf den Drehbock gespannt
und so lang uni sich gedreht, bis sie die rechte Form hat, das
heißt bis die Kettenglieder flach ineinander liegen.
Das Glühen, Aufträgen des Lotes und Borax', Löten und Strecken
der Kette ist ein Akkord. Der Auslöter erhält für das Gros je nach
Länge und Qualität 1,70 Mk. bis 3 Mk. und kann es auf einen Verdienst
von 15 bis 20 Pf. pro Stunde bringen. Dieser Verdienst wird
aber noch geschmälert dadurch, daß der Heimarbeiter sich das Lot, den
Borax und die Säure selbst kaufen und auch das Brennmaterial zum
Glühen und Löten selbst stellen muß.
Auch die Obersteiner und Jdarer Hausindustrie trägt alle charakteristischen
Merkmale der Heimarbeit überhaupt. Sie weist geringen
Verdienst, lange Arbeitszeit in unzulänglichen, ungesunden Räumen,
Ausbeutung der Arbeitskraft selbst im jugendlichsten Alter auf. Sie
benachteiligt die Arbeiter in der Industrie durch ihre willige und billige
Arbeitsmethode, und treibt dadurch die Industriearbeiter zur gelegentlichen
oder richtiger zur Heimarbeit nach Feierabend an. Beide Arbeiterkategorien
machen sich in geradezu unheiinlicher Weise Konkurrenz,
indem sie sich den Unternehmern gegenüber unterbieten und letzteren
dadurch in den Stand sehen, ihre bisher untereinander betriebene
Schundkonkurrenz zum Nachteil sämtlicher Berufsangehörigen fortzusetzen.
Frankfurt a. Main. Fst. Ehrler.