Die Heimarbeit und ihre Verbreitung in der Metallindustrie.
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diesem Namen deshalb bekannt, weil sie nach Meter fabriziert und auch
entlohnt werden), auch werden aus Kettengliedern zusammengefügte Börsen
gemacht, des weiteren auch Broschen, Ringe sowie Armreifen, jedoch
bloß im kleineren Umfang. Seit den letzten Jahren wird sogar das
Steinefassen bei billigen Ringen nach Hause gegeben und erhalten die
Jasser 2 bis 2'/s Pf. pro Stein. Wenn zum übergroßen Teile in der
Hausindustrie nur Waren von unedlem Metall (wie Double) erzeugt
werden, so liegt der Grund nahe. Mit dem unedlen Metall braucht
man nicht so sparsam mnzugehen, zweitens bedarf die Arbeit ans unedlem
Metall eine nicht so sorgfältige Ausführung und drittens, da
der Wert des unedlen Metalls nur gering, ist nicht jenes Maß von
Vertrauen notwendig, welches vorhanden sein müßte bei edlem Metall.
Die Art der Vergebung der Arbeit an den in der Hausindustrie Beschäftigten
geschieht entweder direkt durch den Unternehmer oder durch
den Zwischenmeister. Dieses Zwischenmeisterspstem führt zu Differenzen
zwischen den Arbeitern selbst, da ja meistenteils der Zwischenineister
einen Prozentsatz des Lohnes des Heimarbeiters erhält.
Es kommt sehr häufig vor, daß einige Arbeiter oder Arbeiterinnen
in einem Raume zusammenarbeiten. Hier ist der Zwischenmeister derjenige,
der die Arbeit ausgibt, abnimmt, an den Unternehmer abliefert,
den Lohn dafür erhält, und dann erst den Betreffenden ihren Lohn
verrechnet und seinen Vorteil dabei wahrt wie er nur kann. Der
Unternehmer kennt in solchen Fällen die Leute, die für ihn schaffen,
nicht, verantwortlich ist ihm der Zwischenineister. Es gibt auch Heimarbeiter,
die für mehrere Fabrikanten schaffen, das geht daraus hervor,
daß verschiedene Male Heimarbeiter drei- bis viermal zur Krankeukasse
gemeldet wurden. Der Heimarbeiter hat neben dein Arbeitsraum, der
meistenteils Wohnstube, vielfach auch Schlafstube ist, noch zu stellen
die Lötflamme, sei es Gas, Spiritus oder Benzin, Werkzeuge, sowie
verschiedene andere Zutaten, die im Fabrikbetrieb eben der Unternehmer
stellen müßte. Kein Wuiider deshalb, wenn die Hausindustrie immer
mehr an Ausbreitung gewinnt, tun doch die Unternehmer alles, um sie
zu fördern, denn neben der Verkleinerung des Anlagekapitals erspart
der Unternehmer noch die Beiträge zu den Versicherungen, und was
gerade den Pforzheimer Herren am besten paßt, das ist, daß diese
Personen der Gewerbeordnung nicht unterstehen, die werden angehalten,
so bald als möglich zu liefern, und so schaffen manche Arbeiter 12 bis
14 und noch mehr Stunden. Mit einem Worte, man versteht eben
dadurch die Arbeiterschutzgesetze zu umgehen, das geht aus dem Bericht
der Handelskammer ja deutlich hervor, wo bemerkt wird, daß die
Bestimmung, daß die weiblichen Arbeiter am Samstag nicht länger
als bis halb sechs Uhr beschäftigt werden dürfen, von den Fabrikanten
schwer empfunden wird, und daß der gesetzliche Zehnstundentag schwere
Folgen für die Bijouterie-Industrie zur Folge hätte u. s. w. Das
Anwachsen der Heimarbeiter in manchen Orten ist seit 1900, seit den
Erhebungen von Dr. Fuchs, wie schon erwähnt, ein bedeutendes, so ist im
Jahre 1900 im Orte K. blos ein Heimarbeiter vorhanden gewesen, nach
einer Erhebung, die von uns im Anfang Februar vorgenommen wurde, 22,
in einem anderen Orte B. stieg die Zahl von 3 auf mehr als 100.