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Die Heimarbeit und ihre Verbreitung in der Metallindustrie.
arbeitern Antwort erhalten, und erscheint sie uns dürftig genug. So
gibt es in einer Familie von vier Personen zweimal die Woche Fleisch,
je ein halbes Pfund. In manchen tritt wohl an Stelle des teuren
Fleisches Milchnahrung, doch nimmt dies ab, seitdem die Landwirte die
Milch in die Stadt zu höheren Preisen liefern können als sie auf dem
Lande erhalten. In vielen Fällen, wo der Mann Heimarbeiter ist,
hilft die Frau und auch die Kinder mit, wenn auch Dr. Fuchs annimmt,
daß im Pforzheimer Bezirk nichts dafür spreche, daß die Kinderarbeit
sich eingebürgert hat oder nur ausnahmsweise vorkommt. Wir müssen
dieser Annahme widersprechen, die Eltern sagen dies im seltensten Falle,
doch ist uns von vielen Arbeitern, die auf dem Lande wohnen, erklärt
worden, daß auch Kinder mit Kettengliedereinhängen beschäftigt find,
wozu ja die kleinen gelenkigen Finger der Kinder besser geeignet find
als die Hände der Erwachsenen.
Es sei noch erwähnt, daß die Löhne teils niedriger geworden oder
stabil geblieben find, während überall auf dem Lande geklagt wird, daß
die Ausgaben, nicht nur für Miete, sondern auch für die Lebenshaltung
gestiegen sind.
Alte Heimarbeiter erzählten uns, daß sie nicht nur mehr leisten
müssen wie früher, sie müssen auch länger schaffen, und doch wären
sie nicht imstande, sich alles das zu bieten, wie es vor fünf bis zehn
Jahren noch der Fall gewesen ist. Bemerken will ich hierzu, daß dies
keineswegs alte Arbeiter sind, die in ihrer Leistungsfähigkeit nachgelassen
haben, sondern noch solche, die ihre volle Arbeitskraft besitzen.
Möge der Heimarbeiterkongreß ein mächtiger Schritt nach vorwärts
werden, möge die Regierung davon lernen und Gesetz werden lassen
jene Forderungen, die wir ausstellen, um die Klasse der Heimarbeiter
vor allzugroßer Ausbeutung zu schützen.
Pforzheim.
Alfred Weiß.