Full text: Russlands Bankerott

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Friedensschlusses gewähren soll. Wenn das 
wirklich Ziel und Zweck der Kaiserreise gewesen 
ist, sie hätte ruhig unterbleiben können. 
Es ist ja jetzt sehr modern, die Engländer 
als Seeräuber zu verschreien, und den Ge 
mäßigten wird es durch die Hetzereien gewisser 
englischer Blätter nicht leicht gemacht,, den ent 
gegengesetzten Standpunkt zu vertreten. Dazu 
kommt, daß Bismarcks Nachfolger — oder 
richtiger seine Epigonen — Freundschaft mit 
Rußland für das Alpha und Omega genialischer 
Auslandspolitik zu halten scheinen. Daß eines 
sich nicht für alle, besonders nicht für alle Zeiten 
schickt, ist eine Erwägung, die man den Toren 
außerhalb der Amtsstuben überläßt. 
Man brauchte über solche Expektorationen 
kein Wort zu verlieren, wenn es sich dabei nur 
um Phantasien — vielleicht kluger und geist 
voller — Zeitungsschreiber handelte. Aber 
wenn die verständigen Ausführungen Cle- 
menceaus, der einst von denselben Blättern wie 
ein Held gefeiert wurde, in einem Teil der 
Presse mit dem Hinweis darauf aä absurdum 
geführt wurde, daß dieser nichts ahnende Literat 
sich gegen Dinge wende, die von den „Machern" 
schon lange beschlossen seien, so darf und muß 
man annehmen, so zu deutende Worte seien im 
Gespräch mit denen um Bülow gefallen. 
Rußland sei freilich — so lautet die offiziöse 
Parole — als Feind augenblicklich nicht zu 
fürchten, aber es sei ein wichtiger Bundesgenosse. 
Ein glänzender Sozius! Kein Heer, keine 
Flotte, kein Geld, keine Ordnung! ^Das Land 
braucht uns, aber nicht umgekehrt. Und wir 
drängen uns an diese gefallene Größe, heben 
sie aus den: Staube, trocknen ihr die Wunden 
und versorgen sie mit Geld. Ketten Frankreich 
gerade in dem Moment wieder an Rußland, wo 
es von Nikolai zu Eduard abschwenkt, anstatt 
Englands Flotte und Geld und Frankreichs 
Schwäche uns dienstbar zu machen. Wenn 
Rußland uns durch seine Neutralität in: deutsch 
französischen Kriege zweifellos wertvolle Dienste 
Rußland als 
Buiidesgenoffe
	        
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