Full text : Russlands Bankerott

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Pump  und
Handel

geleistet  hat,  so  tat  es  das,  weil  es  seinen  dainaligen
  Interessen  entsprach.  Es  hat  oft  genug
seitdem  bewiesen,  daß  es  Sentimentalität  in
seiner  Politik  nicht  keirnt,  und  wenn  Wörth  und
Weißenburg  uicht  uns,  sondern  den  Franzmännern ­
  den  Sieg  gebracht  hätteil,  wer  weiß,
ob  nicht  die  russische  Neutralität  zum  Teufel
gegangen  wäre.  Wir  aber  wollen  jetzt,  wo
unser  —  trotz  aller  Freundschastversicherungen
—  bis  jetzt  gefürchtetster  Gegner  am  Boden
liegt,  aus  ben  sentimentalischen  Erwägungen
die  Situation  nicht  ausnutzen.
Aber  nein.  In  der  neugermanischeil  Auslandspolitik ­
  wird  zwar  nach  Sentimellts  gehairdelt,
  allein  mall  lvill  es  nachher  nicht  wahr
haben.  Und  hier  muß  dann  plötzlich  die  volkswirtschaftliche ­
  Notwendigkeit  als  schweres
Geschütz  herhalten.  Schon  seit  Wochen  rumoren
ein  paar  Poltergeister  in  verschiedenen  Zeitungen
umher,  schreien,  daß  man  jetzt,  wo  bald  der
neue  Handelsvertrag  in  Kraft  treten  werde,
Rußland  nicht  vor  den  Kopf  stoßen  dürfe  und
bezichtigen  die,  die  das  deutsche  Publikum
ivarnen,  deutsches  Geld  gegen  russisches  Papier
einzutauschen,  der  Störung  unserer  Handelsinteressen. ­
  Eine  feine  Logik!  Wer  die  Ausfuhrstatistik ­
  selbst  ohne  allzu  subtile  Aufmerksamkeit
überliest,  wird  erkennen  müssen,  daß  unser  Absatz ­
  ins  englische  Sprachgebiet  um  ein  Vielfaches
uilseren  russischen  Export  überragt.  Den  besseren
Kunden  also  dürfen  wir  vor  den  Kopf  stoßen,
bell  schlechteren  aber  müssen  wir  karessieren.
Vielleicht  wegen  der  Zukunft?  Man  hat  Herrn
Witte  nach  Washington  gesaildt,  vermutlich  iveil
seine  Gegner  hoffen,  er  werde  dort  sein  Prestige
verlieren.  Gelingt  es  ihm  aber,  seülen  zahlrcichen
  Feinden  ein  Schnippchen  zu  schlagen  uild
einen  leidlichen  Frieden  zu  schließen,  so  wird
sein  Wille  im  Reiche  russischer  Handelspolitik
wieder  mächtig  werden.  Sein  Wille  aber  wird
vor-  wie  nachdeni  den  Schutzzoll  diktieren.
Immer  enger  wird  sich  das  russische  Reich  mit
Zöllen  umschließen,  und  wenn  wir  erst  das  Geld
            
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