154
zirkulierende Menge noch nicht ansreichte, um den Bedarf
des Verkehrs an Zirkulationsmitteln vollauf zu befriedigen,
womit gesagt werden soll, dass dieser Notenbetrag, wenn auch
unzureichend für die Sättigung des gesamten Geldbedürfnisses
des Landes, so doch gross genug war, um die Goldmünzen
in dem Masse zu verdrängen und selten zu machen, dass diejenigen,
die Gold zu auswärtigen Zahlungen nötig hatten,
bereits gezwungen waren, für dasselbe Agio zu zahlen. Sollte
nun der Geldbedarf des Landes vollständig mit Noten befriedigt
und dieselben zu diesem Zwecke vermehrt werden, so
müsste offenbar das Agio steigen, denn die Noten ersetzen
und machen die Goldmünzen überflüssig, welche infolgedessen
aus dem Umlaufe verschwinden, und immer schwieriger, d. h.
nur mit einem höheren Agio erworben werden können. Je
vollständiger der Verkehr mit Noten versehen und dadurch
auch das Gold verdrängt wird, desto stärker muss das Agio
steigen, oder, was damit gleichbedeutend ist, die Noten in
ihrem Werte sinken. So wird es begreiflich, dass man hei
der Aufstellung des Notenkontingentes eher geneigt war, den
Gesamtbedarf des Landes an Zirkulationsmitteln zu niedrig
als zu hoch zu schätzen, indem man annahm, dass die aus
der Nichtbefriedigung des Geldbedürfnisses entstehenden Nachteile
leichter zu ertragen sein würden, als diejenigen, welche
sich aus einem hohen Agio ergeben haben würden. Die knappe
Bemessung des Notenkontingentes stellt sich auf diese Weise
als das Ergebnis der Entwickelung dar, welche die Valutaverhältnisse
in Serbien genommen haben, und bringt somit
zugleich diejenigen Momente zum Ausdruck, welche die gegenwärtigen
Geldzustände in diesem Lande am besten charakterisieren.
Infolge der Kontingentierung wird nämlich ein Betrag
an Silbernoten in Umlauf gesetzt, welcher einerseits zu gross
ist, um die Parität der Noten mit dem Golde aufrecht zu
erhalten, andrerseits zu klein, um den Bedarf des Landes an
Zirkulationsmitteln vollständig zu befriedigen. Dieser Notenbetrag
müsste also .vermindert oder vergrössert werden, es
kann aber keines von beiden geschehen. Man ist in der Tat
auf einen toten Punkt angelangt, von welchem es kein Vor