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Währung mehr als 1 Dinar galt, in den zwanziger Jahren
sein Wert auf 80 und zuletzt auf 50 und 40 Para des Dinars
herabgesunken war. Wegen dieser Verringerung seines Wertes
nahm der Piaster immer mehr den Charakter einer Scheidemünze
an. Bedeutendere Beträge wurden nur mittelst der
fremden Münzen, welche grossen inneren Wert hatten, ausgeglichen,
während der im Wert herabgesunkene Piaster auf
den Kleinverkehr im Lande beschränkt blieb. Diese Scheidemünze-Eigenschaft
des Piasters findet nun auch in der Ausprägung
der serbischen Kupferstücke ihren Ausdruck, indem
nicht einmal ganze Piaster, sondern bloss deren Teilstücke
geschlagen wurden und dieselben auf diese Weise von vornherein
für den kleinen Verkehr bestimmt erscheinen.
Inzwischen bildete der Piaster stets die Werteinheit, in
welcher sämtliche Berechnungen gemacht wurden. Auch die
kaiserlichen Münzen zirkulierten in Serbien nur vermöge ihres
in Piastern bestimmten Kurses, welcher das Band bildete,
durch welches diese verschiedensten Münzen zu einem Geldsystem
zusammengehalten wurden. Der Piaster ist auf diese
Weise zu einem ideellen Geldstück, zu einer Bechnungsmünze
geworden, mit welcher allgemein gerechnet wurde, welche aber
bei Zahlungen nicht in Betracht kam, oder nur noch im
Kleinverkehr und als Scheidemünze Verwendung fand.
Mit der Ausprägung der Kupfermünzen wurde also zwar
einerseits die Einführung des französischen Münzsystems vorbereitet,
andrerseits aber mit der bisherigen Geldrechnung
durchaus nicht gebrochen. Die neuen Münzen sind ganz den
französischen nachgeprägt worden, fügten sich aber zugleich
auch in das bisher herrschende Geldsystem ein, indem 20 Para
der neuen serbischen Kupferstücke den Wert eines Marktpiasters,
und 40 Para den Wert eines Steuerpiasters repräsentierten.
Die Prägung der serbischen Kupfermünzeu hat also
demnach auf die Geldrechnung im Gebiete der Serben nicht
verändernd eingewirkt; diese blieb weiter bestehen, da auch
in der Folgezeit nach Piastern gerechnet wurde, und auch
die neuen Stücke, obwohl den französischen nachgeprägt, unter
ihrem in Steuerparas ausgedrückten Werte in Umlauf kamen.