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Mitglieder hatten kein eigenes Vermögen. Das Stammgut
gehörte der Zadruga als solchen und wurde kommunistisch
bewirtschaftet. Die Mittel zur Befriedigung des Bedarfes
wurden durch Ackerbau und Viehzucht gemeinschaftlich gewonnen
und nach Bedarf konsumiert. Auch die übrigen
Bedürfnisse befriedigte man in der Hauswirtschaft selbst: der
eine erlangte in diesem, der andere in jenem Gewerbe eine
.gewisse Fertigkeit; für Arbeiten des Kunstgewerbes gab es
besondere Handwerker. 1 ) Bei solcher Art und Weise der
Bedürfnisbefriedigung ist es augenfällig, dass nur wenig übrig
bleiben konnte, was durch Tausch oder Kauf anzuschaffen
war. Die Einheiten, welche den sozialen Körper des serbischen
Volkes bildeten, waren grosse Wirtschaften, welche sich
selbst genügten, indem sie im eigenen Haushalte alles, was
sie nötig hatten, selbst erzeugten. Die Einzelwirtschaften waren
infolgedessen aneinander nicht angewiesen und es konnte unter
solchen Verhältnissen zu keinem regelmässigen Verkehr zwischen
denselben kommen. Der Handel musste da, ganz im Hintergründe
stehen, das Geld konnte keine Bedeutung erlangen,
denn es waren die Bedingungen nicht vorhanden, unter denen
es seine Funktionen ausüben kann und sich ein Geldsystem zu
bilden vermag. Wo sich aber ein Handelsverkehr bildete und
Werte zu begleichen waren, da kam Naturalgeld, namentlich
Viehstücke * 2 ), in Anwendung, denn eine andere Geldart hatte
man nicht gekannt.
Über den Handel der Serben in dieser Periode ist nichts
Positives bekannt. Man kann sich ein Bild desselben nur
indirekt zusammenstellen, indem man die allgemeinen Handelsverhältnisse
des byzantinischen Reiches zur Grundlage nimmt
und die Anordnungen und Verbote berücksichtigt, welche die
serbischen Könige nachher erlassen hatten, um die Missbräuche
abzuschaffen, welche sich in der Zeit vor der nationalen
b Lj. Kovaeevic i. Lj. JovanoviC, Ist. srp. naroda 1896. Geschichte
des serbischen Volkes. I. S. 23—24.
2 ) Daselbst S. 25.