Contents: Die Entwicklung der Berliner Vorortgemeinde Kleinschönebeck-Fichtenau unter besonderer Berücksichtigung der Finanzen

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Wir sehen demnach, daß naturgemäß die Landwirtschaft im alten 
Dorfe ihre Stellung bewahrt hat, wenn auch nicht festzustellen ist, 
wieviel Arbeiter ganz oder zum Teil in der Landwirtschaft beschäftigt 
werden. Die notwendigen Gewerbe sind vollkommen vertreten. Wunder 
lich erscheint nur, daß die an der Staatsbahn Beschäftigten in dem ent 
fernter liegenden Ortsteil wohnen, was wohl ans Gewohnheit aus 
früherer Zeit beruht, als das näher der Bahn gelegene Gelände noch 
nicht bebaut war. Dasselbe läßt sich von den Arbeitern und insbe 
sondere den Maurern sagen. Die Wohnungsmieten sind außerdem im 
Dorfe billiger, auch, wie gezeigt, mit einer mißlichen Ausnahme zu 
friedenstellend. 
Die Bewohner der Ansiedluug außerhalb des Dorfes, besonders 
also Fichtenaus, setzen sich aus den verschiedensten Kontingenten zusammen. 
Neben Pensionären, meist mittleren Beamten und einigen Offizieren, 
finden wir Vertreter der verschiedensten staatlichen und kommunalen 
Beamtenkategorien, Bankbeamte und Privatangestellte. Die Gewerbe sind 
fast vollständig ortsansässig, ebenso vielerlei Arten gelernter Arbeiter- 
Daß es sich bei diesen zumeist um selbständige oder doch in guter Position 
befindliche Einwohner handelt, zeigt das Verhältnis der Einwohner zu 
den bewohnten Häusern, immerhin fehlt es auch nicht an Angehörigen 
der ärmeren Schichten. Umsomehr ist es zu begrüßen, daß allen, ohne 
Unterschied von Berus und Stellung im sozialen Leben das Wohnen 
in gesunder Luft und in landschaftlich schöner Lage gestattet ist. 
Ortsgebiete, die nur einer bestimmten Klasse vorbehalten sind, gibt 
es erfreulicherweise noch nicht, und jeder Entwicklung nach dieser Richtung 
ist als erstem Schritt zur sozialen Verelendung auf das kräftigste ent 
gegenzuwirken. 
III. Formen und rechtliche Grundlagen der Bebauung. 
Aus der Gliederung der Bevölkerung nach Berufen fällt es ohne 
weiteres auf, daß kein größerer Gewerbetreibender oder Industrieller 
am Orte seinem Berufe nachgeht. Das erklärt sich neben dem Umstand, 
daß die Gemarkung für industrielle Anlagen nicht geeignet erscheint, aus 
der baulichen Entwicklung, die gerade in dem hauptsächlich wegen der 
Nähe der Bahn in Betracht kommenden Gebiet die Errichtung der 
artiger Betriebe ausschloß. Das alte Dorf Kleinschönebeck weist in 
seinem ursprünglichen Bestand nur eine Hauptstraße ans. Die Wohn 
häuser der zurzeit fast durchweg wohlhabenden Bauern — das letzte 
altmärkische Bauernhaus mit Strohdach machte 1908 einem Neubau 
Platz — sind mit Ausnahme zweier neuerer Gebäude einstöckige Häuser
	        
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