Full text : Wie kann die heimische Cognacindustrie und der deutsche Weinbau gefördert werden?

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Königsberg  i.  Pr.  und  Bamberg  verhandelten  Cognacprozesse
ergeben;  doch  ist  eine  auch  nur  annähernd  auf  Richtigkeit
Anspruch  habende  Schätzung  hierfür  unmöglich.
Es  ist  nicht  zu  verkennen,  daß  diese  oben  geschätzten
30  Millionen  Liter  von  einem  sehr  verschiedenen  Konsumentenkreise ­
  aufgenommen  werden.  Während  der  eine
Teil  als  Cognac  einen  wirklich  ganz  reinen  Weinbranntwein
erwartet  und  gern  den  geforderten  höheren  Preis  hierfür
zahlt,  will  der  andere  weit  größere  Teil  der  Konsumenten
unter  der  Bezeichnung  Cognac  zwar  einen  besseren  Branntwein ­
  empfangen,  wie  solcher  aus  Kartoffelspiritus  hergestellt ­
  wird,  aber  nicht  den  höheren  Preis,  der  für  reines
Weindestillat  notwendig  gezahlt  werden  muß,  dafür  ausgeben. ­
  Dieser  Teil  des  Publikums  wünscht  aber  doch,  daß
selbst  der  billigst  angebotene  Cognac  seinen  Charakter,
d.  h.  die  Eigenschaft,  die  den  Cognac  vom  Kartoffelbranntwein ­
  unterscheidet,  dem  Weindestillat  verdankt.  Keinesfalls ­
  erwartet  der  Konsument,  daß  Cognac  nur  durch  andere
künstliche  Zusätze  seinen  Charakter  empfangen  hat,  Weindestillat ­
  dagegen  nicht  oder  nur  in  so  geringer  Menge
enthält,  um  dem  Wortlaut  der  Beschlüsse  des  Verbandes
deutscher  Cognacbrenner*)  noch  gerade  zu  genügen.
Um  einem  Branntwein  den  Cognaccharakter  mittels
Weindestillat  ohne  künstliche  Zusätze  zu  geben,  wird  zwar,
je  nachdem  sich  das  Weindestillat  durch  Lager  mehr  oder
weniger  in  seinem  Bouquet  entwickelt  hat,  ein  größeres  oder
minder  großes  Quantum  notwendig  sein,  immerhin  dürfte
aber  ein  Mindestgehalt  von  10%  Weindestillat  mit  Recht
beansprucht  werden  können.  Mit  diesen  Anforderungen
dürfte  sich  im  Verkehr  der  Unterschied  in  der  Qualität  und

*)  Die  Beschlüsse  sind  auf  Seite  19  wiedergegeben.
            
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