Full text : Das Kontokorrentgeschäft im deutschen Bankgewerbe

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Summen  sollen  wieder  angelegt  werden,  doch  fehlt  hiezu
momentan  die  Gelegenheit  oder  man  ist  noch  nicht  schlüssig,
wie  man  diese  Beträge  verwenden  soll.  Sodann  seien  besonders
die  Summen  erwähnt,  die  man  bei  der  Bank  deponiert,  um
die  Vorteile  eines  Bankkontos  zu  geniessen.  Alle  diese  Depositen ­
  nennt  man  Privatdepositen,  zum  Unterschiede  von  den
öffentlichen  Depositen.  Letztere  sind  Depositen  des  Staats  und*
rühren  hauptsächlich  von  Steuern,  Gebühren  und  staatlichen.
Erwerbseinkünften  her,  welche  vor  ihrer  endgültigen  Verwendung ­
  erhoben  werden  und  so  in  den  öffentlichen  Kassen
ein  zeitweiliges  Anschwellen  bewirken.  Dieser  Ueberschuss
wird  dadurch  behoben,  dass  solche  Summen  den  Banken  zugeführt ­
  werden,  welche  sie  bis  zu  ihrer  Abhebung  nutzbringend;
verwenden  können 1 ).  Die  Depositen  werden  entweder  auf
feste  Termine  eingelegt  oder  sie  sind  als  stets  fällig  .anzusehen.
Je  nach  der  Dauer  der  Anlage  variiert  auch  die  Verzinsung,
da  die  Banken  Depositen,  welche  nicht  sofort  zurückziehbar
sind,  wiederum  für  längere  Zeit  ausleihen  und  infolgedessen
den  Deponenten  auch  einen  höheren  Zins  bewilligen  können.
Zu  den  Depositen  sind  auch  in  gewissem  Sinne  die  Sparkassengelder ­
  zu  rechnen.  Sie  unterscheiden  sich  von  den  eigentlichen
Depositen  nur  insoferne,  als  sie  ausschliesslich  zum  Sparen
bestimmt  sind,  meist  nur  von  kleinen  Leuten  herrühren  und 1
gewöhnlich  aus  kleinen  Beträgen  bestehen.  Während  sodann
die  Depositengelder  nach  einer  kurzen  Kündigungsfrist  abgehoben ­
  werden  können,  ist  bei  den  Sparkassen  in  der  Regel
eine  längere  Kündigungsfrist  vorgeschrieben  (sie  beträgt  gewöhnlich ­
  einen  Monat,  mitunter  noch  mehr),  was  sie  ausserordentlich ­
  schwerflüssig  macht.  Auf  lange  Zeit  werden  zumeist
die  Depositen,  mit  Ausnahme  der  Sparkassengelder,  nicht  festgelegt, ­
  da  ein  verhältnismässig  zu  niedriger  Zinsgewinn  erzielt ­
  werden  würde,  falls  man  auf  diese  Weise  Gelder  zum
Rentenbezuge  fest  anlegen  wollte.
Die  Einzahlung  der  Depositengelder  kann  nun  in  bar  erfolgen, ­
  wie  dies  vorzugsweise  noch  bei  uns  Usus  ist;  oder

b  Neumann-Hofer,  Depositengesehäfte  und  Depositenbanken..
Leipzig  1894.  S.  13  ff.
            
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