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die modernen Girobanken ihren Hauptzweck in der grösstmöglichen
Konzentration des Zahlungswesens behufs Ersparung
von Umlaufsmitteln. Der Vorzug vor der Anwendung des
Schecks beruht hier darauf, dass die Schuldentilgung mit der
Abschreibung auf dem Konto erledigt ist; beim Scheck ist
dies jedoch erst nach Barzahlung desselben der Fall. Verlust
und Irrtum sind hier noch viel weniger leicht möglich, als
beim Scheck. Der Scheck bildet auch nicht das Ideal des
Zahlungswesens. Er bietet zunächst bloss dem Zahlenden eine
Bequemlichkeit, nicht dem Empfänger, welcher bei dem Bezogenen
die angewiesene Summe abheben bezw. eine dritte
Person mit der Abhebuug beauftragen muss 1 ). Dies ist beim
Giroverkehr anders. Man bedient sich eben des Schecks dann,
wenn man entweder Abhebungen machen will, oder wenn die
Personen, die sich gegenseitig Zahlungen zu leisten haben, nicht
derselben Bank angehören * 2 * * * * ). Voraussetzung eines gewaltigen
Giroverkehrs ist das sogen. Einbanksystem mit sehr vielen
Filialen 8 ). Dies sehen wir ganz besonders bei der Reichsbank,
bei der diese Form der laufenden Rechnung eine solche Ausdehnung
erlangt hat, dass schon ihr erster Verwaltungsbericht
mitteilen konnte, ganz Deutschland sei auf diese Weise „ein
Giroplatz“ geworden.
Wir wollen jetzt ganz kurz die Technik des Giro-*)
Thorwart a. a. 0. S. 27.
2 ) Der Giroverkehr schaltet somit den Scheckverkehr keineswegs
aus, was Schinkel anzunehmen scheint, wenn er sagt: „Wenn es in
Deutschland auch jetzt noch viele begeisterte Anhänger des englischen
Schecks3 7 stems gibt, die demselben gerne auch in Deutschland mehr Eingang
verschaffen möchten, so ist dieses bei vielen auf eine früher vielleicht
berechtigt gewesene Anglomanie zurückzuführen u. s. w.“ Reichsbank
und Giroverkehr. Hamburg 1898. S. 8.
*) Eine Ausnahme hievon macht Hamburg. Hier sind es fünf grosse
Bankhäuser, welche mit ihren Zweig- und Unteranstalten sich des genannten
Giroverkehrs bedienen. Diese Banken sind: die Norddeutsche
Bank in Hamburg, die Vereinsbank in Hamburg, die Kommei'z- und Diskontobank,
die Hamburger Filiale der Deutschen Bank, die Hamburger
Filiale der Dresdener Bank. In ihrem Mittelpunkte steht die Reichsbankhauptstelle
in Hamburg. Vgl. Dunker, „Gold ersparende Zahlungsmethoden“
in den Annalen des Deutschen Reichs. 1901. S. 449. Daselbst
findet sich auch reiches statistisches Material.