Full text : Die Arbeiterfrage in der Südrussischen Landwirtschaft

—  54

(Tabelle  XXXIV)

Bei  den  Bauernwirtschaften ­



Berdjanks

Dnjepr

ohne  Saatfeld

73

80

mit  unter  5  Dess.

65

30

«  5—10  «

40

23

«  10—25  «

21,5

16

«  25—50  «

9

7

über  50  «

12

7

in  letzter  Zeit  nahm  die  Fläche  des  verpachteten  Landes  besonders
zu.  So  betrug  sie  nach  den  Angaben  der  Semstwos  im  Jahre  1899  im
Gouv.  Ekaterinoslaw  87,95  taus.  Dess.  und  im  Gouv.  Cherson  10,60  taus.
Dess.  Mit  der  Verpachtung  des  Schollenlandes  auf  eine  längere  Frist
wird  der  erste  Schritt  zum  Uebergang  zur  Lohnarbeit  getan.  Es  kommt
aber  selten  vor,  dass  die  Bauern,  die  ihre  Scholle  verlassen  oder
wegen  Mangel  an  Land  oder  an  Inventar  und  aller  anderen  Mittel
verpachtet  haben,  wieder  zur  Selbstbewirtschaftung  ihres  Landes  zurückkehrten. ­
  Zuerst  greifen  sie  zur  Verpachtung,  dann  aber  verkaufen  sie
das  Inventar  und  schliesslich  auch  das  Land. 1 )
Dies  sind  die  indirekten  Merkmale,  die  uns  die  Möglichkeit  geben,
die  Masse  der  sich  als  Lohnarbeiter  verdingenden  Bauern  festzustellen.
Wir  haben  keine  Angaben  für  eine  genaue  Berechnung  der  Zahl  der  einheimischen ­
  Bauern,  die  ihre  Arbeitskraft  in  der  Landwirtschaft  zu  verkaufen
suchen.  Wir  können  nur  die  Merkmale  derjenigen  Bauerngruppen,  die  dem
Zustande  ihrer  Wirtschaft  nach  gezwungen  sind,  sich  als  Lohnarbeiter  zu
verdingen,  anführen.  Durch  die  vorangehenden  Angaben  wurde  festgestellt,
erstens,  dass  die  Bauernschaft  in  den  neurussischen  Gouvernements  sich  im
Zustande  einer  starken  Differenzierung  befindet  und  zweitens,  dass  diese
Differenzierung  der  bäuerlichen  Bevölkerung  in  den  neurussischen  Gouvernements ­
  sich  in  der  Zunahme  der  Zahl  der  Gespannlosen,  Besitzlosen
und  ähnlicher  im  Verfall  begriffener  Bauerngruppen  äussert.  Wir  können
mit  Sicherheit  behaupten,  dass  eben  diese  Bauerngruppen,  der  ihr  Land
nicht  mehr  Bewirtschaftenden,  Besitzlosen,  Gespannlosen  u.  dgl.,  die
Massen  der  Landarbeiter  liefern  müssen.
Es  besteht  in  den  neurussischen  Gouvernements  noch  eine  Kategorie
von  Bauern,  die  nicht  zu  den  Besitzlosen  gerechnet  werden  kann,
die  aber  immer  am  Rande  des  völligen  Verfalles  steht.  Diese  sind  die
Bauern,  die  die  sogenannten  Bettel-  oder  Schenkungsiinteile  erhalten

’)  Vgl.  Postnikow  a.  a.  D.  S.  140  ff.
            
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