Object: Die Entwickelung der eingetragenen Genossenschaften in Preussen während des letzten Jahrzehnts

6. Titel: Dienfiverirag. $ 618. 
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ser Seemann3- Ordnung vom 2. Yuni 1902 und hinfichtlid des Gefinde- 
rechts Urt. 95 Uof. 2 E®. und vol. hiezu Nußbaum a. a. DD. . 
8 618 ift ein den Schuß eines anderen bezwedendes Gefeß im Sinne 
5e5 8 823 Abi. 2; vgl. Bem. I, A, 2, c, « und d, « zu 8 823 und die dort 
;rwähnte Nechtiprehung und Literatur; val. übrigen wegen des Verhält- 
nilfe8 Des 8 618 zu S 823 If. näher unten Dem. V und VI. N 
1) 2067. 2 des 8 618 gewährt Dem Dienftboten fein jelbftändiges 
SHausrecht, vol. RKGE. in GoltdArch. Bd. 50 S. 140. , 
) Eriaß abhanden gekommener Sachen kann der heim Dienitherrn 
nohnende Dienftverpflichtete auf rund des S 618 nicht verlangen, vgl. 
Sew.Ger. Bd. 11 S. 239; }. jedoch auch Lotmar Bd. 1 S. 664 Anm. 2. 
Sraglich ft, oD S 618 au auf andere AUrbeitsverträge Im weiteren 
Sinne, in8bef. aud auf den Werkvertrag ‚analog anwendbar ijt. Man 
wird im allgemeinen ji für Bejahung ausfprechen Können, ingbe]. mit Rück 
ct auf 8 242 (vgl. insbej. Mümelin a. a. OD. und DYertmann in Bem. 8, fowte 
zu Hahır in Oruchot, Beitr, Bd. 45 S. 213 If., abw. Lotmar Bd. 2 S, 842, 
343); beim Merkvertrage freilidh wird die SFürjorgepflicht des Befteller8 durch 
die felbitändige Stellung des Ynternehmer8 entfprechend eingeenat (fo mit 
Kecht DVertmann a. a. DJ. Vol. auch Recht 1908 Nr. 3795 (Naumburg). 
Xm einzelnen vgl. weiter em. I, b unten. 
I. Der Umfang der Gefege81{telle in jubjeftiver Richtung. 
a) $& 618 umfaßt im allgemeinen die Schubintereflen von Dien ftleiltenden 
jeder Art, inSbejondere ohne Unterichied, ob ihre Bedienftung {tändig oder 
vorübergehend (vgl. hiezu Bi. f. N. i Bez. d. Kammerger. 1909 S. 26) ift, ob. fie 
auf feite Beit oder auf Kündigung {tebt, ob Zeitz oder Stüclohn ftattfindet, 
‘vorausgejeßt natürlich, daß der Dienftherr überhaupt, wenn auch mir {till- 
"weigend, die Merpflichtung übernommen hat, die zur EEE der 
Dienjte erforderlichen Räume, Borrichtungen 2C. U befchaffen, Recht 1908 
Nr. 3248 [Colmar]. Nur im Bereiche, des zweiten Abhblabes des S 618 
befteht eine unten zu befprechende fubjektive SinfOränfkung. 
„Auf fremde Arbeiter, die nur aus SGefälligkeit und zufällig 
bei einer einzelnen VBerrichtung CM Teiften, ijt 8 618 nicht anwendbar, 
ROE., Recht 1908 Nr. 495, Jur. WIhr, 1908 ©. 107. AnderS dagegen, wenn 
nom einem Unternehmer dem anderen Arbeiter zur beftimmten Silfeleijtung 
zeftellt werden, KRecht 1908 Nr. 494 (NOGE.). 
Die Anwendung des 8 618 wird übrigens au auf ArbeitSverhält- 
gijfe im weiteren Sinne zuläjfig jein, inSbef. dann, wenn die Merz 
dingung von Dienften wirt{chaftlich unjelbftändiger Berfonen nochH andere 
AoilLentühe Formen annimmt al8 den reinen Dienftvertrag, 3. B. die Form 
eine8 MachtvertragsS oder Sefjellichaft8vertrags, val. hierüber Bahr in @ruchot, 
Beitr. Bd. 45 S. 217 (wegen der f0g. „Stüße der Hausfrau“ vgl. OLG. 
Hrankfurt, Recht 1907 9er. 3074). Auch das Keichägericht hat in ähnlicher 
Weile in früherer Praxis z. DB. den Ss 120a SGew.D. ausdehnend ange 
wendet, vgl. insbe]. Bd. 8 S. 151 und Bd. 18 S. 174, ferner SJur. Wihr. 
05 ©. "48 (auf Sfanats8dienerverhältnifie, ROE. Bd. 7. S. 243, 
Sur. Wichr, 1909 S. 439 Dienitwohnungen der Qehrer und 
Staatadiener); in leßterer Hinkicht 1. auch Hilfe im Arch. 6 öffentl. R. 
Bd. 19 S. 186 EN des Fiskus oder der emeinde 
ıu8 gefahrbringenden Mängeln der den Beamten angewiefenen 
Dienfträume) Jowie oben Norbenı. I, 5, a vor S 611, 1. aber aud) 
Biloty, Unzuläffigkeit des RechtSwegs, in Bl. f. RA. Bd. 72 S. 803 ff. 
Bol. auch ROGES. in Sruchot, Beitr. Bd. 48 S. 904 (Verunglücen eines 
Zehrers durch GSerabfallen einer Mandtafel), Kecht 1908 Nr. 289 (Durch- 
brechen einer Schulbank, Nipr. d. DLS. Kiel Bd. 17 S. 412 (Turngeräte); 
wegen der Lehrer vgl. N Bayern audh DLSG. N Bil. f. RA. 
Bo. 73 S. 513, Noein. Hildhr. Bd. 1_S. 321, Bo. 2 S. 213, 214, bayr. 
Berw®GS. Bd. 29 S. 135. Wegen des Merkvertrags vol. oben Bem. I, £. 
GHiemit hängt ferner die Frage zufammen, ob 8 618 au im Berhältnifte des 
Dienitberechtigten zu einem Gebhilfen, deffen [ich der NMerpflidhtete 
bei Leiftung der Arbeit bedient, anwendbar ift, D. 9. vb der Gebhilfe, obwohl 
ar zum Dienftberechtigten in feinem Vertragsverhältniffe Itebt, dennoch un 
mittelbar gegen den DienftbereHtigten Anipruc auf Schadenzerfaß nad 
3 618 erheben Kann, fall8 er infolge der Nichterfüllung der Pflicht aus S 618 
zu Schaden gekommen ift; vgl. hierüber SHahır a. a. DO. SFedenfalls kann eine 
nr)
	        
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