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W. G. H. Frh. von Reiswitz.
Handarbeiter
und Arbeitsbeamte.
dem Arbeitsmarkte nur verschärfen, anstatt sie, wie sie
glaubten, durch ihre Einmischung abzuschwächen. »Sozial«
handelt — es lohnt sich bei dieser Gelegenheit, auch einmal
die Auffassung der andern Seite zu registrieren — jeder, der
nicht bloss in kurzsichtiger Selbstsucht alle andern Rücksichten
dem eigenen Vorteil unterordnet, sondern zugleich
das Interesse derer gebührend wahrzunehmen weiss, deren
Beihilfe er zum Zwecke der Gütererzeugung sich zu versichern
genötigt ist.« Es ist demgemäss vollständig verkehrt,
den Begriff »sozial« ins Gebiet der Ethik hinüber zu spielen;
er ist im Gegenteil rein praktischer Natur. Wer gute
Leistungen seiner Angestellten erzielen will, hat als Gegengabe
eine angemessene Entlohnung zu bieten und dafür
Sorge zu tragen, dass die Angestellten im stände sind, ein
menschenwürdiges Dasein zu führen. »Sozial handeln« heisst
demnach eine vernunftgemässe Wirtschaftspolitik treiben.
Dafür aber, dass dieser Erkenntnis auch die wirtschaftlich
rückständigen Elemente im Unternehmertum sich mehr und
mehr anpassen, bürgt zur Genüge die erziehliche Wirkung
des gegenseitigen Wettbewerbs. Denn ein solcher Wettbewerb,
wie er hier gemeint ist, wird auch durch Karteilund
Syndikatsbildungen niemals ausgeschaltet werden. Sobald
indessen der Sozialismus mit ethischen Momenten verquickt
wird, wirkt er schon darum unlogisch, weil er freiwillige
Leistungen in erzwungene verwandeln will und so
die persönliche Freiheit einzelner Erwerbskategorien mehr
und mehr zu beschränken droht. Gewiss kann und muss der
soziale Entwicklungsgang unter bestimmten Vorbehalten gesetzmässig
geregelt werden, damit Stagnationen vermieden
werden. Die gesetzgeberische Reglementierung aber darf
unter keinen Umständen aus irgend welchen Beweggründen
erfolgen, durch die die wirtschaftliche Rechtssicherheit erschüttert
werden kann.
Ein Beispiel! Es entsprach durchaus praktischer Denkweise,
dass man durch geeignete Verordnungen die Betriebsunsicherheiten
verminderte, dass der Frauen- und Kinderarbeit