132 —
stammt. Als ein Bischof von Rupertsland eingeführt wurde,
da geschah dies wohl nur, um einerseits den besagten
Vorwürfen aus dem Wege zu gehn und andrerseits,
weil man davon eine günstige moralische Einwirkung
auf die eignen Leute erhoffte. Offenbar wäre es
ganz verfehlt, wenn man den Worten Martins Glauben
schenken wollte, der den „Christian conduct” der Company
hervorhebt. 75 ) Es ist aber auch nicht einzusehh,
inwiefern ihre ablehnende Stellung zur Mission dem Staate
irgendwie Schaden gebracht hätte.
Man hat ihr auch Vorwürfe gemacht, dass sie überhaupt
die Indianer schlecht behandle und besonders durch
Verkauf von Spirituosen demoralisiere. Der Handel brachte
aber im Gegenteil eine gute und loyale Behandlung
der Indianer mit sich, |und seit 1836 war es streng verboten,
„Feuerwasser” den roten Leuten zu verkaufen. Das geschah
allerdings auch nur im Interesse des Geschäfts,
denn man sah ein, dass der Alkohol die Indianer zur
Jagd tu ntüchtig machte und Schlägereien und Streitigkeiten
hervorrief, die gefährlich werden konnten.
Die Ansicht, dass das Monopol der Company nationalökonomisch
unvorteilhaft gewesen sei, mag etwas Wahres
für sich haben, aber dann war das Monopol eben
ein notwendiges Uebel; denn der Pelzhandel konnte wirksam
nur durch seine Korporation betrieben werden, aber
eine Handelsgesellschaft ohne das Privileg des Monopols
war undenkbar.
Endlich ist es ja eine Tatsache, dass der Pelzhandel
sich nicht mit der Kolonisation vertrug, dass also die Company
der Besiedelung entgegenwirken musste, wie sie .es ja
auch tatsächlich getan hat, indem sie Sorge trug, dass
über die Fruchtbarkeit einzelner ihrer Gebiete nichts bekannt
wurde und ihr Land ängstlich gegen alle Ein-76
) Martin, S. 111.