38
W. Benary.
[16,285]
Ich war auch in bezug auf die Richtung dadurch benachteiligt, dafs ich
die ganze Kartenlage verschoben hatte, und ich suchte deshalb, in der
Hauptrichtung vorausgehend, in einer falschen Rich t u ng zum Karten
bild. Ich wufste jetzt noch eine Weile, der Weg ist falsch, bis ich beim
Absuchen das sehr charakteristische grofse Dorf sah, dessen Form ich mir
schon bei der Darbietung prägnant gemerkt batte (2, Dorf vom Anfang).
Nun ging ich den nächsten Weg darauf los, und von dort bis zum Schlufs
war es sicher, sowohl in der Richtung wie in der Form des Zieldorfes.
Es ist ganz auffallend, wie schwer beim Rückweg der Anfang ist.
Wenn man die erste Richtung erst hat, dann wird es leichter. Sehr
wesentlich ist auch, dafs ich durch das Abschneiden der Karte bei der
Darbietung den deutlichen Eindruck hatte: hier ist ein Ende, während
man bei der grofsen Karte zur Einzeichnung auf einmal neu in einer
grofsen Fläche darin steht.
Zusammenfassung.
Das optische Moment scheint fast ausschliefslich zu ent
scheiden. Die Neigung zu Ganzauffassungen herrscht neben
einem grofsen Reichtum einzelner Gestalten vor. Auch für den
Weg wird die Bildung einer Gesamtkurve angestrebt, doch tritt
daneben die summative Zusammensetzung aus einzelnen Zonen
hervor. Das Richtungsmoment tritt in Beziehung zur optischen
- Erstrecktheit, d. h. für das Finden einer Richtung wird eine
Gerichtetheit der gesehenen Dinge, z. B. Dörfform,
Bahn, Wegefigur mafsgebend; optische Hilfen und Wortauf
fassungen, wie „rechts“ spielen eine Rolle. Die Prägnanz der
Gestaltaulfassungen und der Widerstand der Gestalten gegen
Basalitätsverschiebung, also Betrachtung von einer anderen Seite,
tritt ebenso wie in allen anderen Versuchen bei der Yp. hervor
(Weg 2 und 4). Das Verhalten der Vp. gegen das Tempo von
Darbietung und Einzeichnung ist charakteristisch für die Art des
optischen Verhaltens (Weg 1 und 2), ebenso das Wertlegen
auf die Isolierung der wichtigen Gestalten (Weg 4 Schlufs-
bemerkung), und die besonders hervorgehobene Schwierigkeit der
Anfangsrichtung beim Rückweg, die ausgesprochen optisch, nicht
kinästhetisch ist.
c) Unterscheiden ähnlicher Figuren aus dem
unmittelbaren Gedächtnis.
Die Prüfung wurde mit 3 Serien Karten durchgeführt; da
sich jedoch zeigte, dafs bei der 1. Serie das Ergebnis nicht ein
deutig ist, sind hier nur die beiden anderen Serien (C, D) berück
sichtigt.