Full text : Fabrikorganisation, Fabrikbuchführung und Selbstkostenberechnung der Firma Ludw. Loewe & Co. Actiengesellschaft, Berlin

Die  Bewertung.

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Jeder  der  aufnehmenden  Beamten  erhält  eine  Mappe  (Schnellhefter),  in
welcher  einige  Formulare  für  die  Aufnahme  (Form.  118)  eingeheftet  sind.
Außerdem  wird  jeder  Mappe  eine  Vorschrift  für  das  Aufnahmeverfahren
beigegeben  (Form.  119).  Wie  die  Aufnahme  vor  sich  geht,  ist  aus  den
Informationen  und  Formularen  zu  ersehen.  Die  im  Text  des  Formulars  119
ad  3  erwähnten  Zettel  sind  in  Formular  120  veranschaulicht.
Die  Beaufsichtigung  der  aufnehmenden  Beamten  wird  von  den  Revisoren ­
  ausgeübt,  welche  die  Richtigkeit  der  Aufnahme  stichprobenweise
prüfen.  Auf  Grund  der  Inventurzettel,  welche  die  Nummer  des  Aufnehmers
und  die  laufende  Aufnahmenummer  tragen,  kann  der  Revisor  den  eingetragenen ­
  Posten  in  der  Inventurliste  leicht  finden.
Die  Inventaraufnahme  in  den  Werkstattswerkzeuglagern  geschieht
in  der  Weise,  daß  die  Verwalter  dieser  Lager  die  Werkzeuge  nach  Arten
und  Größen  in  besondere  Listen  eintragen.
Solche  Werkzeuge,  die  sich  im  Besitz  der  Arbeiter  befinden,  werden
von  diesen  am  Tage  vor  der  Inventur  auf  der  Werkzeugliste  (Form.  121)
aufgeführt.  An  den  Inventurtagen  werden  die  Aufnahmen  kontrolliert
und  dann  dem  Lohnbureau  übergeben,  welches  dieselben  dahin  prüft,  ob
sich  der  aufgenommene  Bestand  mit  dem  Sollbestand  deckt,  der  dem
Arbeiter  übergeben  worden  ist.
Der  Modellbestand  ergibt  sich  aus  den  in  der  Buchhalterei  befindlichen
maschinenweise  geordneten  Modellverzeichnissen,  in  welche  auch  die
Herstellungskosten  eingetragen  werden  (s.  Formular  122).  Die  Zeichnungen ­
  sind  ebenfalls  maschinenweise  im  Verzeichnisse  auf  genommen  mit
Angabe  der  nach  der  Arbeitsdauer  berechneten  Herstellungskosten  (s.  Formular ­
  123).

Die  Bewertung.
Die  Bewertung  der  Inventarien  ist  eine  summarische,  d.  h.  es  werden
die  lt.  Bilanz  übernommenen  Buchwerte  des  Vorjahres  nach  Abzug  der  für
das  Vorjahr  beschlossenen  Abschreibungen  zuzüglich  der  Neuanschaffungsbeträge ­
  des  laufenden  Jahres  als  Bilanzwerte  eingesetzt,  ohne  eine  Verteilung ­
  der  Buchwerte  auf  die  nach  vielen  Tausenden  zählenden  einzelnen
Maschinen,  Werkzeuge  und  Utensilien  vorzunehmen.  Die  Aufnahmen
der  Inventarien  der  Klasse  I  (mit  Ausnahme  der  Transmissionen)  werden
an  Hand  der  Inventarblätter  (Form.  115)  dahin  geprüft,  ob  sämtliche
Objekte  darin  enthalten  sind.  Bei  dieser  Kontrolle  wird  auf  dem  Inventarblatt ­
  der  Standort  (in  der  Regel  mit  dem  Namen  des  Meisters)  notiert
(s.  Beispiel  lt.  Formular  115).
Die  Bewertung  der  Lagerbestände  geschieht  mit  den  auf  den  Skontroblättern
  eingetragenen  Selbstkosten.  Die  Selbstkosten  der  auf  Lager  befindlichen ­
  Maschinen  stehen  bekanntlich  auf  der  Kontrollkarte  (Form.  54).
Bei  solchen  Waren,  die  einen  Markt-  oder  Börsenpreis  haben,  wird  bei
niedrigerer  Notierung  per  31.  Dezember  als  der  Buchwert  ist,  der  Tagespreis ­
  eingesetzt.
Lilienthal,  Fabrikorganisation.

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