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Die Inventur.
Form. 119. Vorderseite. Orig.-Größe 240 X 360 mm.
LUDW. LOEWE & Co.
Actiengesellschaft.
Verfahren bei der Inventaraufnahme
am 190
1. Die Aufnahme beginnt an diesem Tage pünktlich früh 8 Uhr und dauert mit
halbstündiger Mittagspause ohne weitere Unterbrechung bis 37 2 Uhr.
2. Der Vorgang bei der Aufnahme unterscheidet sich nach Art der Gegenstände in
folgender Weise:
A) Aufnahme von Waren, deren Wertberechnung sich auf die Aufnahmen des
Aufnahmeprotokolls stützt.
Hierhin gehören:
I. Nach Maß, Gewicht oder Zahl zu bestimmende Rohmaterialien aller Art,
die nicht für eine einzelne Bestellung ausgegeben werden, z. B. Putz
lappen, öl, Stangenmaterial usw. (Bei gleichmäßigem Querschnitt Kann
letzteres unter Angabe des genauen Durchmessers nach dem Längenmaß
aufgenommen werden.)
II. Nach Maß, Gewicht oder Zahl zu bestimmende Fabrikationsmaterialien,
die zwar für eine bestimmte Bestellungsnummer, aber nicht in genau
bemessener Menge ausgegeben wurden, so daß die Rücklieferung des
nicht verbrauchten Restes zu erfolgen hat.
III. Vorräte an solchen Fabrikaten (Schrauben usw.), die unabhängig von
bestimmten Bestellungen zur Verwendung für Maschinen und Vorrich
tungen auf Vorrat angefertigt werden. (Vorräte aus dem Lager fertiger
Teile oder für dasselbe.)
B) Aufnahmen von rohen, in Arbeit befindlichen und fertigen Fabrikaten aller
Art, deren Inventurwert durch das über die Arbeit geführte Konto bestimmt
wird, deren Zahl und Brauchbarkeit aber durch die Inventuraufnahme fest
zustellen ist. Hierbei kommt es also auf eine sachgemäße Beurteilung der
Vorgefundenen Gegenstände und darauf an, ob diese sich der Zahl nach mit
den aufgelegten Arbeitsbegleitkarten decken. Bei Aufführung dieser Gegen
stände in der Liste ist die richtige Wiedergabe der auf den Karten an
gegebenen Bestellungsnummer von größter Wichtigkeit, insbesondere ist fol
gendes zu beachten:
I. Bei in Ordnung gehenden Posten genügt neben richtiger Angabe der
Nummer die Stückzahl und abgekürzte Teilbezeichnung nebst Maschinen-
Katalognummer.
II. In Montage begriffene Teile sind in einer Post unter der Nummer der
Montagekarte aufzuführen.
III. In den Fällen I und II muß in der Liste notiert werden, ob Gegenstände
fehlen oder ausschußverdächtig sind.
3. Jeder der aufnehmenden Beamten erhält eine Liste und gibt den darin ein
getragenen Posten eine mit 1 beginnende laufende Nummer. Diese laufende
Nummer wird auf einen Zettel vermerkt, welcher auf den aufgenommenen Gegen
stand gelegt oder daran befestigt wird. Liegen zusammengehörige Teile be-
einander, so genügt es, diesen Posten eine einzige Inventurnummer zu geben und
einen einzigen Zettel aufzulegen. Stehen jedoch zusammengehörige Teile, Ma
schinen uzw. an verschiedenen Orten, so erhält jeder der versprengt stehenden
Gegenstände einen besonderen Inventurzettel und die entsprechende einzelne
Eintragung in die Inventurliste mehrere laufende Inventurnummern, z. B.:
,,35—39 5 Leitspindelbänke Nr. 3C Modell II Bestellung Nr. 61714.“
4) Ist mehreren Herren ein gemeinsames Feld zugewiesen, so arbeitet jeder der
selben trotzdem möglichst unabhängig, jedoch sollen sich die Herren nötigenfalls
gegenseitig unterstützen.
5) Nach Fertigstellung einer Aufnahme ist das Protokoll dem zuständigen Revisor
zu übergeben, der eventuell den betreffenden Beamten für andere Zwecke der
Inventur verwenden kann.
6. Ein jeder der aufnehmenden Beamten hat bis zum mit dem betreffen
den Meister sich wegen etwa nötiger Arbeitskräfte usw. in Verbindung zu setzen.
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Die Direktion.
BERLIN, den 190