Full text : Beiträge zur Lehre von den Lohnformen

29

sierung  der  Arbeit  und  in  der  Beschäftigung  der  einzelnen  Arbeiter ­
  gegenübersteht,  Industrien,  in  denen  der  Unternehmer  durch
die  Marktverhältnisse  gezwungen  ist,  seinen  Auftraggebern  Preise
für  die  Aufträge  namhaft  zu  machen,  bevor  er  in  die  Durchführung
der  Aufträge  eintritt.  Er  muss  also  eine  Kalkulation  auf  Wahrscheinlichkeiten ­
  stellen.  Damit  seine  Kalkulation  auch  im  Verlaufe ­
  der  Durchführung  des  Arbeitsprozesses,  der  dann  auf  Grund
der  Kalkulation  eingeleitet  wird,  eingehalten  werde,  drängt  die
Sachlage  ganz  von  selbst  dazu,  dass  der  Unternehmer  die  gesamten ­
  Arbeiten,  für  die  er  in  seinem  Voranschlag  schon  bestimmte
Kosten  einzusetzen  gezwungen  war,  zu  dem  betreffenden  Preis
auch  an  die  Arbeiter  vergibt.  Hat  ein  Baumeister  ein  Haus  zu
bauen  übernommen  und  hiefür  zur  Einhaltung  eines  bestimmten ­
  »Limites«  der  Kosten  sich  verpflichtet,  so  muss  er  bei
Berechnung  des  Limitos  einen  gewissen  Kostenbetrag  für  jeden
Kubikmeter  Mauerwerk  und  damit  natürlich  für  die  Arbeit  an
jedem  solchen  Kubikmeter  angenommen  und  in  die  Rechnung
eingesetzt  haben.  Diesen  Kostenbetrag  gilt  es  dann  selbstverständlich ­
  einzuhalten,  und  das  geschieht  wohl  am  leichtesten  durch
Vergebung  der  Arbeit  im  Werklohnsatz.  Wie  bei  den  Steinmaurern
steht  es  mehr  oder  minder  bei  allen  übrigen  Baugewerben,  bei
den  Tischlern,  Wagenbauern  ,  Eisengiessern,  Kesselschmieden,
Schiffbauern,  Maschinenbauern  u.  dgl.  m.  Ja,  man  wird  allgemein
sagen  dürfen,  dass  diese  Schwierigkeit  sich  in  all  den  Gewerben
vor  allem  einstellt,  in  denen  die  Produktionsobjekte  ein  mehr  oder
minder  kompliziertes  Ganze  sind,  dessen  Bestandteile  eben  jenen
starken  Wechsel  nach  Massgabe  der  Bestellerangaben  aufweisen.
Jedenfalls  treffen  zwei  Momente  zusammen:  die  Ungleichmässigkeit
  der  Produktionsprozesse  im  ganzen  wie  im  einzelnen  einerseits, ­
  die  Notwendigkeit  der  Vorausberechnung  des  Produktpreises
mit  einiger  Genauigkeit  anderseits.
Auch  Bernstein  hebt  diesen  Umstand  schon  hervor  *)  und
zwar  speziell  für  das  Maschinenbaugewerbe;  es  sei  in  steter  technischer ­
  Fortentwicklung  begriffen,  »kleinere  und  grössere  Umwälzungen ­
  der  Technik  ändern  beständig  am  Arbeitsprozess,  am  Verhältnis ­
  zwischen  Arbeiter,  Werkzeug,  bezw.  Werkzeugmaschine
und  Material  und  machen  so  den  Kostenpreis  des  Produkts  zu  einer
bei  stabilem  Zeitlohn  schwer  bestimmbaren  Grösse.  Dalier  von
i)  In  seinem  Aufsatz  »Das  Prämienlohnsystem  und  die  Arbeiter«,  Sozialist.  Monatshefte ­
  1902  Nr.  12.
            
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.