Full text: Die Entwicklung der Weißgerberei

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Fußbekleidung, also Kalbkid, welche dort hergestellt werden, und welche 
schon auf der Pariser Ausstellung von 1867 eine hervorragende Position 
behaupteten*); wenn auch der bayrischen Hauptstadt der unbestrittene 
Vorrang in bezug auf diesen Artikel gebührt, so haben doch eine ganze 
Reihe bayrischer Lacklederfabriken diesen Fabrikationszweig sich ange 
gliedert; weißgare Maschinenriemen, Näh- und Binderiemen, wie auch 
die Sämischgerberei sind dagegen in Bayern fast nicht vertreten * 2 ). Als 
weitere deutsche Produktionszentren seien noch erwähnt Eßlingen in 
Württemberg, Altenburg und Arnstadt. 
Diese Verteilung der deutschen Glacegerberei entspricht nun den 
Hauptsitzen der deutschen Lederhandschuhindustrie. Zur 
Ermittlung der Hauptsitze ist allerdings die amtliche Zählung, welche 
noch die ganze Stoffhandschuhbranche mit umfaßt, völlig unbrauchbar. 
Um ein richtiges Bild vom Umfang der deutschen Lederhandschuhindustrie 
zu gewinnen, muß man die von der Organisation der Gehilfen, vom ehe 
maligen Verbände der Glacehandschuhmacher und verwandten Arbeiter 
Deutschlands angestellten Erhebungen zu Hilfe nehmen. Bezüglich der 
geographischen Verbreitung der Glacelederhandschuhindustrie kann man 
nach diesen Zählungen von 1903 7 geschlossene Gebiete unterscheiden, 
während die Waschlederhandschuhfabrikation, abgesehen von den örtlich 
zusammenliegenden Städten Eßlingen, Balingen, Metzingen, Villingen, 
auf geographisch abgegrenzte Gebiete nicht vereinigt ist. 
Diese geschlossenen Gebiete der Glacehandschuhfabrikation sind: 
1. 
Die Provinz Sachsen mit 
56 
Fabriken und 
960 Handschuhmachern. 
Davon in Halberstadt 
11 
„ 
„ 
524 
„ 
2. 
Die Provinz Brandenburg 
74 
„ 
„ 
513 
„ 
3. 
„ Thüringen 
19 
„ 
„ 
430 
„ 
4. 
Königreich Sachsen 
32 
„ 
„ 
405 
„ 
5. 
Provinz Schlesien 
42 
„ 
„ 
366 
„ 
6. 
Königreich Württemberg 
19 
„ 
„ 
221 
„ 
7. 
München und Erlangen 
40 
„ 
„ 
312 
„ 
Sonstige Plätze mit Handschuhindustrie wie Duderstadt, Hildes 
heim, Kassel, Braunschweig, Hannover sind ihnen gegenüber von unter 
geordneter Bedeutung 8 ). Zu beachten ist indessen, daß Lederhandschuhe 
nicht nur aus glaccgarem, sondern auch gus andersartig gegerbtem 
Leder hergestellt werden. 
Einige Beachtung verdient noch der Standort der Weiß- und 
Rotgerbereien. Sie finden sich ebenfalls teils im Anschluß au die 
Schuhindustrie, teils an die Handschuhindustrie, teils auch an die Fabrikation 
von Galanteriewaren; das Verhältnis des Standortes zum Absatz ist 
-) Schuh und Leder 1896, Nr. 21, S. 17. 
2 ) Ebenda. s ) Gerber Courier 1904, Nr. 4.
	        
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