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deutung dieser Hauptproduktionsgebiete; die steigende Kultur der außerfranzösischen
Länder hat durch ihren größeren Bedarf die einheimische
Glacelederindustrie größer gemacht, dann aber haben die Verbesserungen
der Zolltarife und der Transportverhältnisse die internationale Konkurrenz
erleichtert. In erster Linie hat die deutsche und österreichische
Glacegerberei zugenommen und die französische hat damit an Bedeutung
verloren, aber sie besitzt für Stiefelfutter und für farbige Felle
zu Galanteriewaren auch heute noch das bedeutendste Renommee '). Auf
die scharfe Konkurrenz, welche die französische Industrie vornehmlich
von seiten der deutschen erfährt, habe ich schon mehrmals hingewiesen * 2 3 * 5 ).
Als erst verhältnismäßig neu entstandene Zentren der Weißgerberei
außerhalb Europas sind vor allen Dingen amerikanische Plätze wie
Philadelphia zu nennen"); denn in Amerika sucht man sich im Sinne
des imperialistischen Prinzips von den europäischen, und vornehmlich
von den französischen Lieferanten unabhängig zu machen, eine Bestrebung,
welche seinerzeit zur machtvollen Entfaltung der amerikanischen
Chromgerbung gerade auf Ziegenleder Veranlassung gegeben hat,
und welche seitdem in der inneren und äußeren Gewerbepolitik der
Vereinigten Staaten Amerikas eine stets entscheidende Rolle spielt.
Von den Prinzipien, welche wir für die Standorte der Glacegerberei
unter den einzelnen Ländern, wie auch in diesen selbst maßgebend
erkannt haben, weicht die deutsche Glacegerberei nicht ab.
Die Jmmigrationszentren der vertriebenen Hugenotten waren Erlangen,
Berlin, Halberstadt, Magdeburg, Dresden, und überall dort entfaltete
sich eine blühende Glacegerberei. Nach den Befreiungskriegen brach
zwar die Berliner Weißgerberei durch die übermächtige rheinische Konkurrenz
zusammen, so daß nur noch eine Spezialität in Berlin besteht,
nämlich die Gerberei von vorwiegend aus Argentinien bezogenen Lammfellen
zu Glanzleder''), aber dafür erstanden in Norddeutschland eine
Reihe anderer Industriezentren, vor allem in Sachsen-Altenburg und
Provinz Sachsen, dann auch in Aachen und Kassel, auch das merkwürdige
Emporkommen von Kirchhain mag in Zusammenhang mit dem
Niedergang der Berliner Jndustrieen zu setzen sein. Hauptsitz der
sächsischen Weißgerberei ist Dresden, welches nächst München der
Hauptfabrikationsplatz von Kalbkidleder in Deutschland ist"); die
Münchener Weißgerbereien entstanden hauptsächlich seit den 50 er Jahren
des vorigen Jahrhunderts und zwar sind es eben alaungare Felle zur
Schuh und Leder 1898, Nr. 10, S. 47.
2 ) Vgl. Berliner Berichte 1898, Nr. 41, 2. Beilage.
3 ) Schönmann's Journal 1881, S. 402.
*) Wiedfeldt 1898, S. 364 s.; vgl. auch Schmoller 1870, S. 633 sf.
5 ) Vgl. Gebauer 1893, Bd. III, S. 483 f.