Full text: Grundzüge der Sozialpolitik

13. Kapitel. Die Arbeiterwohnung'sfrage. 
423 
Genossen 
Fertiggestellte 
Noch nicht fertiggestellte 
schaften usw. 
Häuser 
Wohnungen 
Häuser 
Wohnungen 
4 östl. Binnenorte . 
4 
11 
75 
- 8 
88 
2 braunschw. Orte . 
2 
10 
76 
4 
32 
2 sächs. Orte . . 
2 
9 
64 
5 
61 
2 reichsländ. Orte . 
2 
— 
— 
22 
130 
Wiesbaden . . . 
1 
4 
32 
— 
— 
Aus diesen Zahlen geht hervor, daß Einfamilienhäuser nur selten 
in Frage kommen. Nur in Rendsburg und Siegburg sind solche Häuser 
mit Reichsunterstützung gebaut oder geplant. Von den zur Verwen 
dung- gelangten Mitteln sind rund 3 /7 für die „Bundesstaaten mit 
Ausschluß von Bayern und Württemberg“ gebraucht worden, also den 
Beamten der Reichspost- und -Telegraphenverwaltung zugute ge 
kommen; in derselben Richtung sollen von den in den Etat für 1904 
eingestellten 5 Mill. M. 2143 000 M. verwendet werden. An solchen 
Orten, an denen durch Reichsunterstützung von Baugenossenschaften 
die Besserung der Wohnungsverhältnisse der Unterbeamten und geringer 
besoldeten Beamten der Reichspost- und -Telegraphenverwaltung nicht 
zu erwarten ist, sucht diese Verwaltung selbst durch Errichtung und An 
kauf und durch Anmietung von Häusern Abhilfe zu schaffen. Seit 
dem Etatsjahr 1897 werden durch den Etat der Reichspost- und -Tele 
graphenverwaltung für diesen Zweck Mittel bereitgestellt. Zunächst 
war dabei nur an solche Landorte und allein gelegene Bahnhöfe ge 
dacht, an denen keine geeigneten Wohnungen für die Unterbeamten 
vorhanden sind. Seit 1902 können in besonders dringenden Fällen auch 
für Unterbeamte an städtischen Orten und für geringer besoldete Be 
amte Wohnungen beschafft werden. Im ganzen sind in den Etats der 
Reichspost- und -Telegraphenverwaltung von 1897 bis 1903 vorge 
sehen zum Ankauf von Wohnhäusern 3955 000 M. und zur Anmietung 
von Wohnhäusern 309000 M. Mit dem ersteren Betrage sind 404 Häuser 
mit 1022 Familienwohnungen für Unterbeamte, 31 Familienwohnungen 
für geringer besoldete Beamte und mit 50 Stuben für Unverheiratete 
hergestellt oder in der Herstellung begriffen, und mit dem letztgenannten 
Betrage sind 203 Häuser mit 499 Familienwohnungen für Unterbe 
amte, mit 3 Familienwohnungen für geringer besoldete Beamte und 
mit 57 Stuben für Unverheiratete gemietet worden. Im ganzen sind 
also beschafft worden 607 Häuser mit 1521 Familienwohnungen für 
Unterbeamte, mit 34 Familienwolinungen für geringer besoldete Beamte, 
und mit 107 Wohnungen für unverheiratete Unterbeamte. An städti 
schen Orten befinden sich darunter 12 Häuser mit 50 Familienwoli 
nungen (davon 40 für Unterbeamte). Einfamilienhäuser sind auch hier 
selten. Nur 29 Häuser dieser Art werden angeführt. Am stärksten 
beteiligt sind die Oberpostdirektionsbezirke
	        
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