Full text: Handbuch der vergleichenden Statistik- der Völkerzustands- und Staatenkunde

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218 DWJTSCIILAXD. — Sociale, Gewerbs- und Handelsverhältnisse. 
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zeichnend. Wenn die Durchschnittszahl für das ganze Vereinsgebiet 
sich so niedrig stellt, so ist augenscheinlich das Ergebniss in Oesterreich 
mit seiner meist uncultivirten nichtdeutschen Bevölkerung das hier am 
meisten einwirkende Moment. — Beim Briefverkehr fallen die Gross- 
städte besonders in das Gewicht. Ohne London und Paris würde die 
Durchschnittsziffer in England und Frankreich eine bedeutend geringere 
sein. Um so mehr Beachtung verdient die hohe Ziffer, welche die Schweiz 
nachweist, obwohl sie jeder Gressstadt entbehrt. Die Menge der Rei 
senden mag diesen Mangel ausgleichen. Beim Zeitungsabsatze wirkt 
namentlich die Stempelgebühr sehr nachtheilig. Ohne diese Last würde 
nicht nur Oesterreich, sondern auch Preussen eine bessere Stelle einneh 
men. Die hohe Zahl in Bayern steht damit in Beziehung, dass eine 
Menge kleiner, ganz wohlfeiler Blätter daselbst erscheint. 
Grössere Wechselbanken und deren Capital (in Thlr.). Ende lS(i4 : 
a. Ohne Notenemission: Schlesischer Bankverein in Breslau 2‘/, Mill., 
Schaaffhausscher Bankverein in Coin 5’lS7,050, Berliner Handelsgesellschaft 
3’78(J,2(K), Discont-Ges. in Berlin I l’5()0,l(IO, Nordd. Bank in Hamburg 7% 
Mill., Commerzbank in Lübeck 3 Mill., allg. deutsche Creditanstalt in Leipzig 
Ü’922,l30, Coburg. Creditges. 1 Mill., Bank für Handel u. Industrie in Darm 
stadt 8’571,4()0, Nürnb. Bank P()(m,0()0, Dessauer Creditanstalt 8 Mill., Lebens- 
versich - u. Sparbank in Schwerin 100,000, Niederösterreichische Escompte- 
gesellsch. in Wien 4 Mill., Gesten-. Creditanstalt das. 40 Mill., Triester Com 
merzbank 1)78,100, zusammen 10ö’so.'),1(m; Thlr. ; ferner folgende, deren Capi- 
talbetrag wir nicht kennen : Stuttgarter Hof-, Kurhessische J.eihbank. 
b. Mit Notenemission Zettelbanken): Preussische Bank 15 Mill. 
Berl. Cassen-Ver. P, Breslauer Bank 1’, Danziger ITivat- 1’, Cölner Privat- 1% 
Königsberger Privat- P, Magdeburger Privat- P, pommersche Bank 2’, Posener 
Provinzial- P, (zus. in ITeussen !) Banken mit 24 Mill. Cap.). — Bremer Bank 
4’4OO,OO0, Hamburger Vereins- 2’, Nordd. 7%', Lübecker Commerzb. 1%’ 
Tiüb. 1 rivat- 400,000, Kostocker 1 \ Hannoversche 5'420.000, Braunschweiger 
3*509,000, Bückeburger 500,975, T,eipziger 3’, Landständ. Bank in Bautzen 
550,000, Dessauer Landes-B. P, Geraer 2*159,000, Gothaer 1*400,000, Weimar- 
sche 4*157,100, Meininger 4*, Frankfurter 5*714,2^0, Süddeutsche 1*077,357, 
Nassauische Landesbank 8*835,077, Homburger 2‘'5,714, Luxemburg. 1*333,333, 
Bayer. Hypoth. u. M'echselbank in München 1 1*428,571, zus. 13S':toO,052 Thlr. 
— Die Summe an circulirenden Noten dieser Zettelbanken, so weit diesell)e be 
kannt ist, betrug Ende Sept. 1804 : bei der österr. Nationalbank 393% Mill. H. 
östr. W., bei den übrigen deutschen Banken zusammen Isl Mill. Thlr (hier 
von kamen auf die »Preuss. Bank« zu Berlin allein über 121, nächst ihr ain mei 
sten auf die Frankfurter Bank, 14,8 Mül. Thlr. 
Actien- und CommanditgeHellschaften. Nach (). Hübner s Berech 
nung waren Ende 1S58 1,057*788,253 Thlr. in solchen angelegt (da 
von 249*207,419 als Anlehen). Von der einbezahlten Gesammtsumme 
kamen nach dieser Berechnung 401*532,050 auf Ei.senbahnen. 
Lebensversicherungsgesellschaßen. In England kam schon im .Jahre 
169 / das erstemal ein Rechtsfall wegen einer bestrittenen Lebensver 
sicherung vor die Gerichte; in Deutschland wurde 1828 in Lübeck die 
erste Lebensversicherungsbank gegründet. Ende 1803 bestanden in 
Deutschland 29 solcher Anstalten, jedoch liegen nur von 27 Berichte 
vor. Die Zahl der Versicherten betrug 194,818, mit einem Versieh.- 
Capitale von 203*300,761 Thlr. (anfangs 1801 erst 1 29,589 Versicherte 
mit 137*542,377 Thlr. ; jetzt Durchschnitt 1,044 Thlr.). Nimmt man 
auch an, dass bei auswärtigen Gesellschaften 30,000 Personen asse-
	        
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