fullscreen: Ueber die Möglichkeit einer volkswirthschaftlichen Harmonie

7 
stand derjenige ist, der im Kampfe unterliegt, weil derjenige, 
der unter den ungünstigsten Verhältnissen in den Kampf tritt. 
Es ist natürlicherweise unmöglich genau festzustellen, in 
wie weit ein jedes Individuum zur Hervorbringung des Gesammt- 
einkommens heigetragen hat, und ist es daher auch nicht 
möglich, einem Jeden den ihm gebührenden Antheil an dem 
selben anzuweisen. Dieser Antheil muss daher durch freie Ver 
träge zwischen Grundbesitzer und Capitalist, Capitalist und 
Unternehmer, Unternehmer und Arbeiter bestimmt werden. Duich 
die Einwirkung der freien Concurrenz muss sich somit der Au- 
theil ergeben, der einem jeden der bei der Produktion betheiligten 
Individuen gebührt und zukommen soll. 
Eine Aufhebung der gesellschaftlichen Stände ist weder 
möglich, noch wünschenswerth. Die Verschiedenheit derselben 
weckt in den unteren Classen den Wunsch nach grösserem 
Wohlstände. Ein Jeder sucht sich in eine höhere Classe hin 
auf zu schwingen. Damit jedoch dieses Streben nach höherem 
Wohlstände eine günstige Wirkung habe, muss es einem Jeden 
möglichst erleichtert werden, durch wirthschaftliche Thätigkeit 
sich empor zu arbeiten. Die Classen dürfen nicht schroff von 
einander getrennt sein, sollen vielmehr allmählig in einander 
übergehen. 
Sind die Stände schroff von einander getrennt, so dass 
es für die unteren Classen sehr schwer oder unmöglich ist, 
sich durch Arbeit hinauf zu schwingen, so entstehen Hass und 
Umsturzpläne anstatt des wohlthätigen wirthschaftlichen Strebens. 
Werden die Stände dagegen abgeschafft, so wird die wirth 
schaftliche Thätigkeit bedeutend abnehmen. Das Streben nach 
einer höheren gesellschaftlichen Stellung fehlt; ein Jeder braucht 
sich nur noch in der gegenwärtigen Stellung zu behaupten ; die 
Sparsamkeit verschwindet; die Gleichgültigkeit und Irägheit 
greift um sich, bis der wirthschaftliche Geist gänzlich abstirbt, 
die Wirthschaft allmählig verkommt und schliesslich, wenn 
sie nicht rechtzeitig umkehrt, zu Grunde geht. 
Die Verschiedenheit der Stände daher, wenn sie auf ge-
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.