Full text : Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

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verursacht;  der  Gesamtverbrauch  der  benötigten  Materialien  ist
leider  nicht  festzustellen.  Wir  haben  aber  auch  gesehen,  dass
der  Ausbau  mit  der  Anlage  nicht  beendet  ist,  sondern  dass  seine
Erhaltung  je  nach  den  konkreten  Verhältnissen  schwankende  Reparaturkosten ­
  (Löhne)  verursacht.  So  kostet  der  Umbau  eines
Bremsberges  oft  4-—5  mal  so  viel  an  Löhnen  als  der  erste  Einbau
des  Holzes,  und  in  einem  Querschlage  einer  Grube  des  Ruhrbezirkes, ­
  der  stark  quellende  Sohle  hat,  sind  Nacht  für  Nacht
40  Reparaturhauer  tätig.  Der  Anteil  dieser  Arbeiterkategorie  an
der  Belegschaft  beträgt  im  Ruhrgebiete  durchschnittlich  10  %,
schwankend  von  etwa  8  %  (Hibernia  z.  B.)  bis  20—25  %  x ).  Um
diese  verschiedenen  Unterhaltungskosten  zu  verringern,  erheben
sich  an  fachmännischen  Forderungen  :  gute  Ausrichtung  im  Gestein, ­
  Verkürzung  der  Betriebsdauer  der  Baue  (namentlich  i  m
Flötze),  Verkleinerung  der  Abbaufelder  und  rascher  Verhieb
dieser  2 ).
II.  Die  Schächte.
Die  erste  Kohlengewinnung  fand  durch  Graben  im  Ausgehenden ­
  statt.  Man  denke  an  die  Tongewinnung  für  die  Ziegeleien,
wie  sie  in  den  sog.  Tongruben,  also  Tagebauen,  stattfindet.
Später  trieb  man  dann,  vom  Fusse  eines  Hügels  aus,  einen  geneigt-horizontalen ­
  Stollen,  der  zur  Förderung  und  zur  Entwässerung ­
  der  über  seinem  Niveau  gebauten  Kohle  diente.  Als  dann
die  Kohle  oberhalb  des  Stollens  abgebaut  war,  —  das  18.  Jahrhundert ­
  war  das  Jahrhundert  des  vorherrschenden  Stollenbaues  —
da  zwang  die  steigende  Nachfrage  zu  neuen  Wegen,  um  zur  Kohle
zu  gelangen.  ■  Dies  geschah  durch  Schächte,  d.  h.  durch  senkrechte ­
  Einschnitte  in  die  Erde.  Im  Ruhrgebiete  3 )  finden  wir  die
ersten  »Schächte«  nach  Art  von  Brunnen  gebaut.  Gegen  Zerdrückung
  der  Wände  schützte  man  sich  durch  Einbauen  von
Reisig,  dann  raubte  man  so  viel  Kohle  wie  möglich  und  —  grub
einen  neuen  »Schacht«.  Es  war  dies  die  Zeit  der  Dunkelbaue,
die  bis  ins  18.  Jahrhundert  reichte.  Dann  kam  die  Zeit  der
Stollen  und  danach  die  Zeit  der  sich  nach  und  nach  zu  gewaltigen ­
  Anlagen  entwickelnden  modernen  Schächte.  Zu  Zeiten  der
Grafschaft  Mark  betrug  bei  30—35  m  Teufe  der  lichte  Querschnitt
der  Schächte  1,5  mal  0,75  m,  bis  etwa  60  m  Teufe  1,90  mal  1,00  m.
1)  Entw.  Bd.  II.  377.  2)  Entw.  Bd.  II.  378.
3)  Entw.  Bd.  III.  15.
            
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