Full text : Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

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der  Erde.  Hierbei  ist  sie  oft  gar  nicht  zu  entbehren,  weil  sie  ja
wenig  Reparatur  erfordert  und  für  lange  Zeitdauer  bestimmt  ist.
Bei  den  blinden  Schächten  und  den  Bremsbergen  kommt  es
darauf  an,  den  Ausbau  so  vorzunehmen,  dass  keine  Veränderung
des  Querschnittes  stattfindet.  Dieser  würde  die  darin  stattfindende
Förderung  und  die  Fördergefässe  selbst  sehr  gefährden.  So  verwendet ­
  man  hier  Bolzenschrotzimmerung.  Es  sind  dies  starke
Holzgevierte,  die  je  nach  der  Festigkeit  des  Gesteins  auseinanderliegen. ­
  In  den  4  Ecken,  wenn  nötig  auch  noch  in  den  Seiten
selbst  werden  diese  Gevierte  durch  »Bolzen«  auseinandergehalten
(»abgestrebt«),  sodass  sie  nicht  zusammenfallen  können  (wir  befinden ­
  uns  ja  in  nichthorizontalen,  und  senkrechten  Strecken).  Ist
starker  Druck  vorhanden,  so  liegt  oft  ein  Geviert  auf  dem  andern,
wir  haben  dann  die  sehr  kostspielige  »ganze  Schrotzimmerung«.
Solche  Schrotzimmerungen  haben  vor  der  Mauerung  den  Vorteil
der  Elastizität  voraus.  Sie  sind  aber  teuer,  man  verwendet  dazu
das  beste  Eichenholz  zu  80—100  M.  pro  cbm.
Der  Ausbau  in  den  Ab  bauen  selbst  dient,  dazu,  das
freigewordene  Hangende  zu  stützen.  Er  ist  das  sog.  Stempelsetzen ­
  in  den  Kohlenflötzen,  das  im  Ruhrreviere  der  Kohlenhauer
selbst  vornimmt.  Der  Ausbau,  das  Sichsichern  gegen  Kohlenfall ­
  also,  findet  bei  der  Kohlengewinnung  meistens  mit  Holz  statt.
Bei  manchen  Abbaumethoden,  z.  B.  Pfeilerrückbau,  geht  jedoch
viel  Holz  verloren  oder  wird  zerdrückt.  Diese  Stempelzimmerung
im  Abbau  wird  in  letzter  Zeit  auch  versuchsweise  mit  Eisen  vorgenommen ­
  r ).  Nach  mannigfachen  Versuchen  hat  man  diese
Stempel  aus  Eisen  handlich  gemacht  (z.  B.  durch  einen  daran
befindlichen  Griff).  Ein  solcher  Stempel  kostet  heute  aber  noch
durchschnittlich  15  M.,  einer  aus  Tannenholz  nur  0,50  M.  Aber
der  eiserne  hat  den  Vorteil,  dass  er  öfter  benutzt  werden  kann,
er  ist  stehendes  Betriebskapital.  Weitere  Vorteile  sind,  dass  jetzt
die  unterirdischen  Holztransporte  z.  T.  erspart  werden,  und  dass
der  Arbeiter  besser  vor  der  Gefahr  des  Kohlenfalls  geschützt
wird.  Vor  allem  aber  wird  die  Verwendung  eiserner  Stempel
desto  rentabler,  je  mächtiger  die  Kohlenflötze  sind,  je  grössere
Abbauräume  also  gesichert  werden  müssen.  Aber  ein  relativ
gutes  Dach  ist  erforderlich.
Wir  haben  gesehen,  dass  der  Grubenausbau  grosse  Kosten
1)  Gl.A.  1904.  333  f.  Middendorf',  Ausbau  von  Abbaubetrieben  mit  eisernen
Stempeln.
            
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