Full text: Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

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kleineren Bohrer (oft z. B. 8000 kg Gewicht) ein sog. Vorbohrloch 
herstellt und dann mit dem grossen Bohrer die ganze Schacht 
weite auf einmal ausbohrt. Ein solcher Riesenbohrer ist z. B. 
4,30 m breit und wiegt 15 000 bis 25000 kg und mehr. Dem 
entsprechend sind Bohrturm und die (oft elektrisch getriebenen) 
Maschinen. In den ausgebohrten Schachtraum wird dann als Aus 
bau die mit der Druckstärke an Dicke zunehmende eiserne Cuve- 
lage (d. h. geschlossene eiserne z. B. 1,5 m hohe Ringe) einge 
senkt. Da diese Cuvelage schwer zu handhaben ist, setzt man 
sie wohl auch erst aus einzelnen Teilen (Tübbings) zusammen. 
Beim Senkschachtverfahren wird der Senkschacht z. B. in den 
Schwimmsand hineingepresst, und das Eingesunkene durch Auf 
bauen über Tage ergänzt. Ist das schwimmende Gebirge durch 
sunken, so hat man nach Erreichung festen Gebirges auf Her 
stellung des B'usses des Senkschachtes grosse Sorgfalt zu ver 
wenden ; jetzt kann natürlich etwa von Hand weiter abgeteuft 
werden. 
Das Gefrierverfahren besteht darin, dass man die nassen 
Schichten gefrieren lässt und sie dann wie festes Gebirge abteuft. 
Mit der Weite und der Tiefe der Schächte und mit der 
Schwierigkeit der zu durchteufenden Schichten hat also die Tech 
nik glänzende Triumphe gefeiert. Aber gewaltig sind auch die 
Summen, die die Schachtanlagen kosten. Wir wollen zwei an 
Kosten äusserst verschiedene Beispiele voranstellen und dann zu 
zusammenhängenden Angaben für den Ruhrbezirk übergehen. 
Der Kirschheckschacht Nr. 3 der Grube Von-der-Heydt bei 
Saarbrücken x ) wurde niedergebracht, weil die beiden vorhandenen 
Schächte zur Menschenförderung nicht geeignet waren, der alte Weg 
der Mannschaft zur Arbeitsstätte durch den Burbachstollen aber 
zu weit wurde. Der Schacht hatte rechteckige Form, es wurde 
ein lichter Raum von 3,75 mal 2,5 m gefordert, bei zweisteinstarker 
Mauer musste der Schacht also 4,8 mal 3,7 m weit sein. Da das 
Gebirge sehr günstig war (Schiefer und weicher Sandstein) brauchte 
ihrer gegenwärtigen Vervollkommnung und Bedeutung; auch Gl.A. 1901. 641: Schnei 
ders, Zukunft und Ziele der Schachtbohrtechnik; ferner Gl.A. 1902. 553: L. Hoff- 
mann, Das Stossbohrverfahren von Pattberg und seine Anwendung beim Abteufen 
der Schächte IV und V der Zeche Rheinpreussen in lockerem Gebirge. Dies Ver 
fahren wird nach II. wegen seiner Kostenersparnis in lockerem Gebirge die andern 
Methoden verdrängen. 
1) Klose, Der Kirschheck-Schacht Nr. 3 des königl. Steinkohlenbergwerks Von- 
der-Heydt bei Saarbrücken. Preuss. Ztschr. 1895. B. 10 f.
	        
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