Ein- und Ausfuhr von Textilwaren.
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Baumwollwaren. Die Hauptposition ist: Gewebe roh, gebleicht, gefärbt und
bedruckt im Werte von 97,4Mill. Mark. Die rohen und gebleichten Gewebe
liefert hauptsächlich England, obwohl in letzteren auch die Konkurrenz Italiens
sich bereits fühlbar macht. Gefärbte Gewebe werden für 56,2 Mill. Mark ein
geführt, und bei diesen handelt es sich zum größten Teil fraglos um bunt
gewebte Stoffe, die in erster Linie aus England und Italien und zum kleineren
Teil aus Deutschland, Frankreich und Spanien kommen. Die bedruckten Stoffe
im Werte von 16,7 Mill. Mark kommen ebenfalls zum größten Teil aus England,
zum kleineren Teil aus Italien und Deutschland. Deutschland liefert haupt
sächlich die bedruckten Flanelle. Bettücher werden hauptsächlich von Italien,
Taschentücher hauptsächlich von England geliefert. Spitzen und Einsätze
im Werte von 6,1 Mill. Mark stammen vornehmlich aus England und Deutsch
land, zum kleineren Teil aus Frankreich, der Schweiz und Italien. Wirkwaren
werden für 8,3 Mill. Mark eingeführt und kommen zum größten Teil aus Deutsch
land; einen geringeren Anteil hat Frankreich mit 1,1 Mill. Mark. Dabei werden
die einfachen billigen Strümpfe meist im Inlande hergestellt. Eine Besonder
heit ist die Einfuhr von Baumwollsäcken im Werte von 1,6 Mill. Mark, die
zum größten Teil von England und den Niederlanden geliefert werden. Die Ein
fuhr von Nähgarnen im Werte von 3 Mill. Mark stammt zum größten Teil
aus England.
Wollwaren. Die hauptsächlichst eingeführten Artikel sind Woll- und Halb
wollstoffe im Werte von 50,4 Mill. Mark. Trotzdem die einheimischen Fabriken
bereits eine große Produktion in Tuchen, Cheviots und Flanellen erreichen, ist
die Einfuhr besserer Tuche und sonstiger Wollstoffe noch immer sehr beträchtlich.
Die schwereren Tuche kommen meist aus England, die leichteren Damenstoffe
aus Deutschland. Samte, Plüsche und Krimmer im Werte von 4,5 Mill. Mark
werden zum größten Teil von England und Deutschland geliefert. Ponchos,
Decken und Schale liefern Belgien, Deutschland und England. Die Einfuhr
von Teppichen, die in der statistischen Aufstellung bei den Wollgeweben
einbezogen sind, ist ebenfalls recht bedeutend; sie betrug 469 t im Jahre 1911
und stammte vorwiegend aus England; außerdem sind Deutschland, Österreich-
Ungarn, Belgien, Frankreich und die Türkei mit kleinen Mengen an der Ein
fuhr beteiligt.
Seidenwaren. Die Einfuhr an Seidenwaren ist recht groß und noch weiter
im Steigen begriffen. Die einzelnen eingeführten Artikel sind aus der folgenden
Aufstellung zu ersehen. Sowohl in Geweben als auch in Bändern ist Frankreich
der Hauptlieferant, dann folgen Deutschland, England und Italien. In Taschen
tüchern liefert Japan die größten Mengen, die Einfuhr von dort betrug 2,1 Mill.
Mark im Jahre 1913.
Leinen-, Jute- und Konfektionswaren. Die Einfuhr ist aus den folgenden stati
stischen Aufstellungen in genügender Ausführlichkeit zu ersehen.
Ausfuhr. Ausgeführt werden nur Rohstoffe, besonders rohe Wolle, in
sehr beträchtlichen Mengen, sowie eine geringe Menge loser Baumwolle.