Full text : Der Steinkohlenbergbau in Preussen und das Gesetz des abnehmenden Ertrages

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ausschliesslich  über  den  nächsten  Talsohlen  gebaut 1 ).  Den  ständigen ­
  grossen  Feind  des  Bergmannes,  die  Wasser,  wältigte  man
durch  Entwässerungsstollen.  Hierzu  aber  waren  bereits  Kapitalmengen ­
  nötig,  die  die  Eigenlöhner  nicht  aufzubringen  vermochten.
Und  so  finden  wir  die  Erbstöllner,  d.  h.  Kapitalisten,  die  wettend
und  wagend  Kapital  zur  Wasserlösung  liehen.
Von  welcher  Ausdehnung  die  Stollen  waren,  zeigt  sich  beim
tiefen  Saarstollen«,  der  1 1 / 2  Meilen  lang  war  und  von  1832  bis
1860  weitergetrieben  wurde 1 ).  Aber  auch  durch  Stollen  konnte
man  die  Nachfrage  nicht  mehr  befriedigen,  und  so  kam  die  Periode
der  Schächte.  Was  für  Kapitalmengen  diese  verschlingen,  ist  im
2.  Kapitel  mitgeteilt.  Die  Zeit  der  Stollen  ist  vorüber.  Im  Jahre
1880  wurden  von  den  377  betriebenen  Steinkohlenbergwerken  in
Preussen  nur  noch  43  Gruben  lediglich  durch  Stollen  gebaut,
deren  Förderung  1,1  %  der  ganzen  Förderung  Preussens  betrug 1  2  3 ).
Zu  der  Wasserlösung,  der  Förderung  und  der  Bewetterung  ward
die  Kraft  des  Dampfes  benutzt.  Mit  der  Tiefe  der  Schächte  und
mit  der  Kohlenmenge  wuchs  die'  Stärke  der  mechanischen  Kraftquellen, ­
  worüber  die  folgenden  Zahlen  (z.  T.  nach  Betriebszweigen ­
  getrennt)  Auskunft  geben  ®).  Die  Zahl  der  verwendeten  Pferde
ist  des  Interesses  halber  beigefügt.
Es  betrug  in  Oberschlesien

die  Zahl  der

Pferde

der  Dampfmaschinen
Zahl  P.S.

also  pro  Dampfm.
P.S.

1871  33s

318

14743

46,4

1882  1061

558

43  074

73.3

1902  2739

1267

145  274

114,6

d.i.  gegen  1871-|-  710%

298  %

885  %

<46  o/ 0

F'erner  betrug  in  Niederschlesien

die  Zahl  der

Pferde

der  Dampfmaschinen
Zahl  P.S.

also  pro  Dampfm.
P.S.

1871  2

92

4  637

5°>4

1882  49

236

10  170

43.1

1902  439

468

42  906

9Ö7

d.  i.  gegen  1871

409  o/ 0

82s  %

82<y 0

Wir  sehen  hieraus,  dass  im  Jahre  1871  die  durchschnittliche

1)  Vgl.  H.  Laspeyres,  Heinrich  von  Dechen,  ein  Lebensbild.  Preuss.  Zeitschr.
1889.  151  f.
2)  Preuss.  Zeitschr.  1883.  B.  17.
3)  Sie  sind  im  statistischen  Teile  des  betreffenden  Jahrganges  der  Preuss.  Zeitschr.
zu  finden;  diese  relativen  Zahlen  sind  von  mir  berechnet,  ebenso  fast  alle  folgenden
            
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