zum Schaden der heimischen Industrie, denjenigen Staaten, welche von der
Meistbegünstigungs-Klausel Gebrauch machen konnten, einen ganz gewaltigen
Vorsprung gewährte, was durch die sich sofort steigernde Einfuhr ziffer
müßig zu belegen ist.
Die dagegen mündlich und schriftlich erhobenen Vorstellungen*)
blieben zunächst erfolglos, ebenso eine in der Reichstagssitzung vom
30. August 1883 angenommene Resolution:
„Den Herrn Reichskanzler zu ersuchen, in der nächsten
Session eine Vorlage betreffend die Ermäßigung des Zolles
auf Kakao in Bohnen zu machen."**)
Der für uns so unheilvolle spanische Handelsvertrag hatte mit dem
30. Juni 1887 sein Ende zu erreichen. Um einer Erneuerung bezüglich des
Tarifsatzes für Chokolade entgegen zu arbeiten, wurde vom Vorstande unterm
23. Februar 1886 eine Eingabe an den Fürsten Bismarck abgelassen.***)
Leider aber wurde der Vertrag unterm 28. Juni 1886 bis zum
1. Februar 1892 erneuert. Die einzige Tarifänderung während der Dauer
des Vertrags zu unseren Gunsten bestand darin, daß unterm 22. Mai 1885
gebrannter Kakao von 35 auf 45, und Kakaomasse, gemahlener Kakao,
Chokolade und Chokolade-Surrogate von 60 auf 80 im allgemeinen Tarif
erhöht wurde. Selbstverständlich verblieb für Spanien und die meist
begünstigten Staaten betreffs Chokolade der Satz von 50 M. bestehen.
Da aber in dem Vertrage Kakaomasse und gemahlener Kakao nicht be
nannt waren, so galt die Erhöhung letzterer Fabrikate auf 80 M. für
eine allgemeine.
Noch kurz vor Ablauf des Vertrags wurde der Verband aufs Neue
vorstelligst) und konnte derselbe kurz darauf feinen Mitgliedern als be
deutenden Erfolg mittheilen, daß bei Erneuerung ein Vorzugszoll für
Chokolade nicht wieder eingestellt worden sei, demnach für diese, sowie für
Kakaomasse und gemahlenen Kakao der allgemeine Zoll vom 1. Februar
1892 zu gelten habe.
Eingehend beschäftigte sich der Verbandstag in Kassel 1881 mit der
Rückvergütungsfrage stst) und ist in Folge dessen eine Denkschrift an den
Bundesrath abgelassen worden, ststst)
Ebenso wurde 1885 in Hannover diese Frage wieder aufgenommen
und der Vorstand beauftragt, die von Stollwerck in dankenswerther Weise
eingeleitete Agitation weiter zu verfolgen. §)
*) M. I. III Nr. 14 S. 137. Nr. 15 S. 149. IY Nr. 3 S. 26. Nr. 7 S. 62.
Nr. 8 S. 69. Nr. 9 S. 77.
**) M. I. IY Nr. 2 S. 15.
***) M. I. VI Nr. 4 S. 46.
f) M. I. XII Nr. 3 S. 17.
ff) Protokoll Kassel S. 15.
ststst) M. I. III Nr. 8 S. 90.
§) M. I. VI Nr. 1 S. 2.