Full text : Organisierte Arbeit

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sogar  freundliche.  Allerdings  geht  durch  die  organiserte  Arbeiterschaft, ­
  gegründet  auf  Vaterlandsliebe  und  Rechtssinn,
eine  gewisse  Opposition  gegen  den  Militarismus.  Aber
die  Organisationen  als  solche  sollten  sich  diesem  nicht  widersetzen,
vielmehr  ihren  Mitgliedern  freie  Entscheidung  in  dieser  Frage  lassen,
denn  das  Militärsystem  der  verschiedenen  Staaten  könnten  die
Gewerkschaften  nicht  abschaffen,  selbst  wenn  sie  es  wollten,  und  sie
würden  es  nicht  tun,  wenn  sie  es  könnten.  Durch  freundschaftliche
Beziehungen  zum  Militär  würde  die  Stärke  der  Gewerkschaften  nur
wachsen.  Beim  letzten  Streik  im  Anthrazitgebiet  wurden  viele
Milizleute  dorthin  geschickt,  die  Mitglieder  der  Bergarbeitervereinigung ­
  waren  oder  ihre  Ziele  begünstigten;  mit  Hülfe  der  Gewerkschaft
hielten  sie  den  Frieden  aufrecht  und  „brachen  dem  Streik  nicht
das  Rückgrat“.  Glücklicherweise  sind  nur  wenige  Vereinigungen
militärfeindlich  gesinnt,  aber  es  wäre  besser,  wenn  es  gar
keine  wäre.  Wer  sich  dem  Militär  widersetzt,  vergisst,  dass
er  als  Gewerkschaftler  auch  ein  Teil  des  Staates  und  zur
Aufrechter  haltung  der  Einrichtungen  desselben  verpflichtet
ist,  wenn  er  das  Recht  hat,  die  Politik  desselben  in  seinem  Teil
zu  beeinflussen.  Die  Gewerkschaftsbewegung  unseres  Landes
kann  nur  fortschreiten,  wenn  sie  sich  mit  dem
Staate  identifiziert,  seinen  Gesetzen  gehorcht  und  Militärwie
  Zivilverwaltung  unterstützt.
Von  Anfang  an  haben  sich  die  Gewerkschaften  auf  den
Boden  des  Gesetzes  gestellt  und  ihre  Wünsche  durch  politische
Mittel  zu  erreichen  gesucht.  Der  grössere  Erfolg  der  englischen  Gewerkschaften ­
  in  dieser  Richtung  hängt  einmal  mit  dem  späteren
Beginn  der  Organisation  in  Amerika  zusammen  und  dann  mit  den
Schwierigkeiten,  welche  hier  durch  die  Spaltung  der  gesetzgebenden ­
  Kraft  zwischen  Staat  und  Bund  gegeben  sind.  Nicht  nur,
dass  statt  eines  Gesetzes  so  viele  erforderlich  sind,  als  wir
Staaten  haben,  und  eine  feindliche  Mehrheit  auch  nur  in  einem
Staate  den  Fortschritt,  der  in  anderen  erreicht  ist,  für  lange
Zeit  aufhalten  kann,  sondern  in  jedem  einzelnen  Falle  liegt  ein
grösseres  Bedenken  vor,  durch  Besserung  der  Zustände  die  Geschäfte ­
  dem  skrupelloseren,  zurückbleibenden  Konkurrenzstaate
auszuliefern.  Und  wann  ist  je  in  England  ein  glücklich  erreichtes
Gesetz  vom  Gerichtshof  derartig  annulliert  worden,  der  Wille
des  Parlamentes  einem  alten  Verfassungsprinzip  unterworfen
gewesen  wie  es  die  amerikanische  Geschichte  uns  zeigt?
            
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