Full text : Organisierte Arbeit

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Nichts  gutes  und  nichts  schlechtes  haben  die  Gewerkschaften
getan  oder  können  sie  tun,  das  nicht  als  Angriffspunkt  benutzt
worden  wäre.  Sie  werden  bekämpft,  weil  sie  zentralisiert  und  weil
sie  dezentralisiert;  weil  sie  Kampfvereinigungen  ohne  Versicherung
waren  und  weil  sie  Kassen  hatten  und  beim  Kampf  diese  benutzt
und  die  ruhigen  Mitglieder  in  ihrer  Versicherung  geschädigt;  weil
sie  die  Löhne  verbessert  und  weil  sie  dem  Arbeiter  nicht  materiell
genützt;  weil  sie  terrorisierten  und  weil  sie  keinen  Einfluss  auf
ihre  Leute  hätten.
Wir  müssen  die  Angriffe  gegen  Einzelmitglieder  und  gegen
die  Organisation  unterscheiden.  Jedermann  würde  die  Behauptung ­
  übel  aufnehmen,  der  Amerikaner  sei  ein  Trunkenbold,
Lügner,  Dieb  und  Mörder,  obgleich  verschiedene  Amerikaner  wegen
dieser  Dinge  bestraft  worden  sind.  Dagegen  wird  es  nicht  für
ungebührlich  betrachtet,  „die  Gewerkschaften  in  ihrer  heutigen
Zusammensetzung“  anzuklagen,  weil  die  Mitglieder  gezeigt  haben,
dass  sie  Menschen  mit  menschlichen  Schwächen  sind.  Viele  dieser
Anklagen,  wie  wegen  Gewalttätigkeit,  Einschüchterung,  Hintergehung ­
  der  Kameraden,  Beschränkung  der  Lehrlingszahl  oder  der
Produktion,  Feindschaft  gegen  neue  Maschinen,  sind  an  anderen
Stellen  besprochen;  ebenso  die  Frage  des  Kontraktbruchs  und  der
Verantwortlichkeit.  Ob  diese  Anklagen  nun  aus  Übelwollen  oder
Unkenntnis  erhoben  werden,  sie  sind  meist  leicht  zurückzuweisen.
Es  wurde  auch  gezeigt,  dass  die  Unternehmerschaft  die
Arbeiter  immer  angriff,  wenn  diese  ihre  Lage  zu  bessern  suchten.
So  sei  nur  noch  zitiert,  dass  die  englischen  Wollkämmer  1741
„sich  vor  einigen  Jahren  zu  einer  Vereinigung  (ohne  Statuten!)
zusammenschlossen  unter  dem  Vorwand,  ihre  armen  kranken  und
arbeitslosen  Brüder  zu  unterstützen;  dann  trafen  sie  sich  ein-  bis
zweimal  wöchentlich,  zahlten  jeder  20—30  Pf.  in  eine  Kasse;  und
als  sie  etwas  stärker  wurden,  gaben  sie  sich  und  ihren  Meistern
Gesetze;  niemand  sollte  Wolle  kämmen  unter  2  Mk.  das  Dutzend,
die  Meister  nur  Mitglieder  ihres  Vereins  anstellen,  andernfalls
wollten  alle  nicht  für  sie  arbeiten;  und  damit  nicht  zufrieden,
schlugen  sie  oft  einen  anderen,  der  arbeiten  wollte  und  zerbrachen
seine  Werkzeuge;  sie  unterstützten  sich  untereinander  und  ihr
Verein  dehnte  sich  über  das  ganze  Königreich  aus;  und  um  ihre
Preise  aufrecht  zu  halten,  gaben  sie  den  Arbeitslosen  eine  Karte
und  Geld,  im  Lande  herum  zu  reisen  und  bei  einem  anderen  Verein
einzutreten.  Dasselbe  taten  die  Weber,  wenn  auch  begrenzt  auf
            
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