Full text : Organisierte Arbeit

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einen  Arbeitsort“  (Webb  S.  31).  1815  beklagen  sich  die  Meister
gleichermassen  über  die  Kattunschneider:  „Wir  haben  zugestanden,
was  wir  hätten  verweigern  sollen,  und  ihr  seid  siegestrunken  von
einer  Forderung  zur  anderen  geschritten,  bis  es  für  uns  unerträglicli
  geworden  ist.  Ihr  setzt  die  Zahl  der  Lehrlinge  und  oft  auch
der  Arbeiter  fest;  ihr  entlasst  eine  bestimmte  Prozentzahl  und
lasst  keine  neuen  Kräfte  eintreten;  ihr  setzt  die  Maschinen
und  die  Cylinder  still,  zerstört  die  Walzen  und  diktiert,  welche
Muster  gedruckt  werden  sollen;  ihr  weigert  euch  im  Notfall  bei
Licht  zu  arbeiten,  und  hindert  die  Lehrlinge  daran;  ihr  entlasst
eure  Aufseher,  wenn  sie  euch  nicht  passen,  und  haltet  euch
eure  Diener;  und  schliesslich  vernichtet  ihr  alle  Ordnung  und
Subordination,  und  statt  euren  Unternehmern  Respekt  zu  erweisen, ­
  verachtet  und  beleidigt  ihr  sie.“  Das  sind  so  etwa  dieselben ­
  Reden,  die  man  heute  noch  hört.
Viele  der  Angriffe  sind  so  absurd,  dass  ihre  blosse  Erwähnunggenügende
  Widerlegung  ist  und  die  Angreifer  urteilten  oft,  ehe
sie  die  Dinge  kannten.
Einer  der  heftigsten  Gegner  der  Gewerkschaften  ist  der
Vorsitzende  der  Nationalen  Fabrikanten  Vereinigung.  Wenn  ich
die  Anschauungen  dieses  Herren  hier  bespreche,  möchte  ich  nicht
in  den  Verdacht  kommen,  seine  Kritik  mit  der  der  weiteren
Schar  unserer  Gegner  zu  vergleichen.  Wie  der  Arzt  eine  Krankheit ­
  in  ihrem  äussersten  Stadium  beobachtet,  um  daraus  Schlüsse
für  die  Behandlung  verhältnismässig  milder  Fälle  zu  ziehen,  so  will
ich  hier  die  Worte  eines  einseitigen,  feindlichen  und  offenbar  unreifen ­
  Geistes  anführen:  „die  Gewerkschaften  sind  ein  System,
das  den  Arbeiter  vergewaltigt  und  ausbeutet,  den  Kapitalisten
ruiniert,  unsere  Politiker  terrorisiert  und  den  Handel  zerstört,
ohne  Möglichkeit  seiner  Reform,  ein  Hindernis  für  den  Fortschritt,
eine  Gefahr  für  den  Staat  und  eine  Bedrohung  der  Zivilisation.“
Eine  Gewerkschaft  vergewaltigt  aber  keine  Arbeiter,  sondern
ist  der  Ausdruck  ihres  geeinten  Willens;  sie  beutet  sie  nicht  aus,
sondern  bringt  ihnen,  wie  derselbe  Mann  behauptet,  ungerechtfertigt ­
  hohe  Löhne;  sie  ruiniert  den  Kapitalisten  nicht,  sondern
versichert  und  mässigt  ihn;  und  ob  sie  wohl  auf  die  Politiker
auch  nur  so  viel  Einfluss  zu  üben  vermag,  um  den  der  Kapitalisten ­
  auszugleichen  ?
Organisierte  Arbeiter  kennen  nicht  nur  Körperkraft,  vertreten
nicht  „die  Gesetze  von  Hunnen,  Vandalen  und  Wilden“;  weder  bei
            
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