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Verfolgung einer religiösen Sekte verglichen. Ein Mann, der gezwungen
wird, einer Kirche beizutreten, muss aber vorgeben, sein
Gewissen bestimmten vorgeschriebenen Glaubenssätzen unterzuordnen.
Eine Gewerkschaft ist dagegen mit ihren wirtschaftlichen
Anschauungen so tolerant und indifferent gegenüber Katholiken,
Freimaurern, Sozialisten, Schutzzöllnern und Freihändlern, wie der
Staat bei Erteilung des Bürgerrechtes und die Versicherungsgesellschaft
bei Aushändigung der Police.
Um Licht in die Streitfrage zu bringen, müssen wir zunächst
die verschiedenen Gründe betrachten, aus denen man sich weigert,
einer Gewerkschaft beizutreten. Die moralische Berechtigung, aus
einer schlechten Gewerkschaft auszutreten, statt sie von innen
durch seine Stimme zu bessern, kann man etwa mit dem Beeilt
zur Bevolution vergleichen. Es besteht, wo die Dinge unerträglich
werden, darf aber nicht für nichtige Zwecke angewandt werden.
Zweitens kommen in Betracht die Fanatiker der Selbsthilfe,
Leute die als Robinson Crusoe alles aus sich selbst heraus erreichen
wollen. Wie ehrlich auch die Absicht derselben sein mag, so sind
sie doch rückständig in einem zivilisierten Staat, in dem einer auf
den anderen angewiesen ist, und schädigen das Interesse der Gesellschaft
gleichzeitig mit dem ihrer Klasse. Die grosse Masse
der Aussenstehenden aber kennt die Gewerkschaftsprinzipien nicht;
sie wären den Ideen zugänglich, wenn sie zu ihnen kämen,
sind aber zu bequem, ihnen auf halbem Wege entgegen zu kommen.
Sie haben vielleicht das ungewisse Bangen vor der Sache, wie
ein Wilder vor Lokomotive oder Fernsprecher. Aus dieser Masse
rekrutiert sich die Organisation aber und saugt bei jedem Sturm,
der durchs Wirtschaftsleben geht, neue Elemente auf. Und was
diese an Einsicht den Vorkämpfern der Bewegung nachstehen, die
zuerst die Notwendigkeit derselben einsahen, das müssen sie durch
die Begeisterung des Neugewonnenen ersetzen.
Während die Mehrzahl der Unorganisierten der Bewegung
nicht feindlich, sondern aus Mangel an Einsicht gleichgültig gesinnt
ist, ist an vierter Stelle die Gruppe der gewerbsmässigen
Streikbrecher zu erwähnen, die der Klasse der Verbrecher nicht
fernsteht. Zu ihnen gehören sowohl solche, welche mit Unehren
aus den Gewerkschaften entlassen wurden, als solche, die sich nie
durch die Berührung von Arbeit beschmutzt haben. Leute, wie
die Söldner des Mittelalters, die für Geld für alles zu haben
sind und keine Bedenken kennen: die bummeln, wenn anständige