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wandten oder Freundes wieder zu erhalten sucht. Aber es gilt
hier die allgemeine Moralregel, lieber zehn Schuldige laufen als
einen Unschuldigen büssen zu lassen.
Und noch an anderen Stellen sind solche Grenzen zu finden.
Es ist ein Unterschied, ob ich eine Strassenbahn boykottiere, die
schlechte Löhne zahlt, oder ob ich Kaufleute boykottiere, die in
den Wagen dieser Bahn fahren, oder ob ich Leute boykottiere,
die in den Läden der Kaufleute kaufen, die in den boykottierten
Wagen gefahren sind. Je weiter der Boykott vom Punkte seiner
Veranlassung aus übertragen wird, desto weniger wirksam wird
er. Man kann die Unterstützung des Publikums erstreben, aber
nicht erzwingen.
In vielen Fällen lässt sich nun allerdings der sekundäre
Boykott nicht vermeiden. So ist z. B. im Kampfe mit einer
Zeitung, die nicht auf einen Arbeiter-Leserkreis rechnet, derselbe
viel wirkungsvoller als der direkte Boykott. Eine Zeitung kann
hundert Zehnpfennig-Abonnenten leichter entbehren als einige
Tausendmark-Inserenten. Und wer Tausende an ein Blatt zahlt,
das seine Arbeiter an greift, ist mit Recht als ein Verbündeter
dieses Blattes zu betrachten. Im übrigen aber denke man bei
Verhängung eines sekundären Boykotts daran, dass die Ringe, die
der Steinwurf im stillen Wasser zieht, schwächer und schwächer
werden und in der Ferne nichts erzählen von dem Grunde,
aus dem der Stein geworfen, und vielleicht nur ein Lächeln
erregen.
Es ist wohl kaum nötig, zu einigen Ausartungen des Boykotts
noch besonders Stellung zu nehmen und festzustellen, dass der
Boykott von Schulkindern gegen die Kinder von Skebs, das gruppenweise
Verlassen der Kirche beim Eintritt eines Skeb oder gar,
einem solchen Toten die letzten Ehren zu verweigern, töricht ist.
Während nun aber die Unternehmer den Boykott immerfort
aufs Heftigste angriffen, haben sie sich doch in der Anwendung
ihrer schwarzen Listen nicht irremachen lassen. 1832 beschlossen
die Schiffsbesitzer Bostons: „wir wollen keinen Arbeiter anstellen,
der zu solch einer Vereinigung gehört, noch einem
Meister Aufträge geben, der solche Leute anstellt, solange ihre
Abmachung besteht, die alten Arbeitsstunden nicht mehr aushalten
zu wollen“. Die Unbilligkeit des ungebührlichsten Boykotts
ist mit der Grausamkeit der schwarzen Listen nicht vergleichbar.
Führer und opferbereite Freunde der Arbeiterbe