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wurde nur zur Beruhigung des Publikums ausgestreut, ohne
Garantie für die Einhaltung für eine bestimmte Periode, und
ohne Abhilfe der besprochenen Misstände. Der Streik nahm daher
ruhig seinen Fortgang. Am 20. Oktober versprach man
einigen der Beschwerdepunkte abzuhelfen, den Preis des Pulvers
(aber auf Kosten der Lohnerhöhung) herabzusetzen und die
Löhne monatlich zweimal bar auszuzahlen. Diese Vorschläge
gaben zwar nicht das, was die Leute als ihr Recht forderten,
aber doch einige Erleichterung und wurden so vom Exekutivkomitee
der Organisation angenommen. Am 29. Oktober wurde
die Arbeit wieder aufgenommen.
Wenn man geglaubt hatte, diese Abmachungen würden im
nächsten Jahre zu vertraglichen Verpflichtungen zwischen Unternehmern
und Organisation führen, so wurde man darin enttäuscht.
Aber die Gewerkschaft wuchs nunmehr so schnell, dass
bereits bald nach dem Streik so gut wie jeder Mann des Hartkohlenfeldes
Mitglied der Vereinigten Bergarbeiter war.
x 42. KAPITEL.
Die Streikerklärung.
Mit dem Siege der Arbeiter von 1900 war aber die Frage
zweckmässiger Beziehungen zwischen Arbeit und Kapital im Anthrazitfeld
noch in keiner Weise gelöst. Ohne gemeinschaftliche
Zusammenkunft und ohne formellen Vertrag nahmen die Leute
die Bekanntmachungen hin, die die Gesellschaften an die Brechwerke
anschlugen. Unter politischem Druck war den Unternehmern
etwas abgerungen, und von den Leuten schweigend der
Rat der Gewerkschaft befolgt worden. Beide Parteien fühlten,
dass der Waffenstillstand keine endgültige Lösung bedeute, und
wie Amerika sich 1776 die Freiheit vorläufig, aber erst 1812
endgültig erkämpfte, so wurde der Freibrief der Hartkohlenarbeiter
Pennsylvaniens 1900 verfasst, aber erst 1902 unterzeichnet.
Die Männer, welche 1900 die die Gruben führenden Eisenbahngesellschaften
leiteten, hatten kein Verständnis für die Ge-