Full text : Organisierte Arbeit

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keiten  während  der  letzten  beiden  Jahre  an,  die  uns  aus  ihrer
eigenen  Weigerung  entstanden  waren,  die  Fälle  friedlich  zu
besprechen.
Daraufhin  formulierten  die  Bergleute  in  einer  Versammlung
in  Shamokin  ihre  Forderungen:  schriftliche  Festlegung  des  Vertrages, ­
  Abwiegen  der  Kohle,  und  da  die  Preise  seit  1900  ganz
ungewöhnlich  gestiegen  waren  und  die  damalige  Aufbesserung
mehr  als  annulliert  hatten,  20°/ 0  Lohnerhöhung.  Am  22.  März
fragte  die  Versammlung  telegraphisch  an,  ob  die  Bahnpräsidenten
zu  Verhandlungen  geneigt  seien.  Und  die  Bemühungen  des
Nationalen  Bürgerbundes  führten  zu  einer  Besprechung  am
26.  März.  Die  Bergleute  schoben  ihre  Entscheidung  um  einen
Monat  hinaus,  während  welchem  der  Bürgerbund  und  der  grösste
Teil  der  Presse  alle  Anstrengungen  machten,  die  Unternehmer
zur  Vernunft  zu  bringen.  Als  auf  der  zweiten  Versammlung  die
Gewerkschaft  einen  Kompromiss  anbot,  10  statt  20%  Lohnaufschlag ­
  und  9  statt  8  ständigem  Arbeitstag,  wurde  dies  als
Schwäche  gedeutet.
Der  Arbeitssekretär  der  Vereinigten  Staaten,  die  Streikkommission, ­
  und  selbst  Herr  Bär,  der  Präsident  der  Reading-Kohlen-
  und  Eisen-Gesellschaft,  erkannten  die  Berechtigung  der
Arbeiterforderungen  an,  aber  nicht  in  einem  Punkte  gaben  die
Unternehmer  nach.  Die  Vertreter  der  Bergarbeiter  waren  ausdrücklich ­
  zur  Streikerklärung  ermächtigt  worden;  um  aber  nichts
unversucht  zu  lassen,  machten  sie  am  8.  Mai  den.  Bahnpräsidenten
das  Anerbieten  eines  Schiedsgerichtes,  welches  der  Bürgerbund
ernennen  sollte,  oder  welches  aus  unparteiischen  Männern  der
Kirche  (Erzbischof  Ireland,  Bischof  Potter)  bestehen  sollte.
Präsident  Bär  antwortete  darauf.  „Kohlenbau  ist  ein  Geschäft,
keine  religiöse,  Gefühls-  oder  akademische  Frage.  Ich  kann  mit
dem  besten  Willen  für  die  Geschäftsführung  nicht  den  Sachverständigen-Beistand
  selbst  so  angesehener  Herren  wie  die  des
Bürgerbundes  oder  der  Kurie  annehmen.“  Aber  keiner  der
Unternehmer  schlug  erfahrenere  Schiedsrichter  vor.
So  erklärte  denn  nach  Erschöpfung  aller  friedlichen  Bemühungen ­
  am  9.  Mai  in  Scrauton  das  Distriktskomitee  der  Bergarbeiter ­
  die  vorläufige  Arbeitseinstellung  für  den  12.  Mai  und
berief  eine  Generalversammlung  auf  den  14.  Mai  nach  Hazleton,
um  über  die  Verlängerung  desselben  zu  entscheiden.  Damit
sollte  den  Leuten,  die  die  Leiden  eines  Streikes  zu  tragen  haben,
            
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