178
welche sich vom Beginn an in Not befanden, wurden durch die
Opferwilligkeit ihrer Nachbarn und Brüder gehalten.
Als 1901 die Maschinisten, Feuerleute und Pumparbeiter einen
Streik wünschten, weil sie zwölf Stunden täglich, und einen Sonntag
um den andern beim Schichtwechsel 24 Stunden hintereinander zu
arbeiten hatten, hatten die vereinigten Bergarbeiter Beihilfe versprochen,
wenn man den Streik hinausschiebe. Demgemäss wurden
diese nun Anfang Juni zum Streik gerufen.
Viel ungerechte Kritik ergoss sich über mich und andere
Beamten für das Anrufen der Dampfmaschinisten. Wir hätten
die Unternehmer damit überfallen, und der Sympathiestreik dieser
Leute sei eine Pflichtverletzung derselben gewesen. In Wahrheit
sind sie auf ihren eigenen Wunsch angerufen worden und für
Interessen, für die sie im Jahr vorher vergeblich gekämpft hatten.
Ihre Stellungnahme w r ar keine Pflicht, sondern ein Vertragsakt. Man
kann dies nicht vergleichen mit den Soldaten einer Armee oder den
Matrosen eines Schiffes, die sich als Teil den Aufgaben des Gesamtkörpers
nicht entziehen können, vielmehr endigen hier mangels
eines Vertrages für eine bestimmte Periode die beiderseitigen Beziehungen
nach freiem Willen einer Partei. Die Unternehmer
würden die Aussperrung genau so geführt haben, hätten sie eine
Lohnreduzierung gewünscht. Aber trotzdem berücksichtigte man
die Gefahr der Überlieferung der Gruben und der Eigentumszerstörung
und gewährte den Unternehmern eine zehntägige
Kündigungsfrist. Auch erklärte man die Rückkehr der Leute,
wenn nur ihre, und nicht die Forderungen der anderen Bergleute
gewährt würden.
Wieder liess Senator Hanna und der Bürgerbund nichts unversucht,
und als Anfang Juni die Kohlenpreise zu steigen begannen,
ging auf Verfassung des Präsidenten Roosevelt der Arbeitssekretär
Coroll D. Wright nach New-York, um durch Erhebungen
bei mir und den Bahnpräsidenten die Lage zu klären.
Der Bericht Wrights erkannte die Berechtigung der Arbditerforderungen
teilweise an, wurde aber erst viel später veröffentlicht
und hatte kein Ergebnis.
Als der Streik am 15. Mai ausbrach, hatten viele Leute auf
Hilfe von ihren Brüdern im Weichkohlenfeld gehofft. Die 150 000
Streikenden im Hartkohlenfeld zusammen mit den ebenfalls streikenden
Bergleuten Westvirginiens machten etwa die Hälfte der Mitglieder
der nationalen Gewerkschaft aus. Auf den Wunsch von