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gegen den Unternehmer gesinnt sein mag. Aber der alte Zustand,
dass der Unternehmer sich als Vater seiner Leute aufspielt, ist
endgültig für ihn überwunden. Die Entwicklung trennt ihn täglich
weiter von demselben und von persönlichem Kennen, persönlichem
Interesse und Aufsicht ist keine Bede mehr. Wenn der Arbeiter
daher vom menschlichen Standpunkte aus solche Wohltaten gern
sieht, soweit sie nicht die Nebenabsicht haben, ihn abhängiger zu
machen und von wichtigeren Dingen abzulenken, so verwahrt
er sich entschieden dagegen, darin irgend welchen
wirtschaftlichen Effekt, geschweige denn eine Lösung
oder Milderung der Arbeiterfrage zu erblicken.
An Stelle der väterlichen Fürsorge ist die allumfassende,
selbstlose Brüderlichkeit aller Arbeiter getreten. Sie sind mündig
geworden und vertragsfähig. Zwischen zwei gleichberechtigten
Parteien gibt es keine alte persönliche Treue, sondern nur die
gleichmässige Treue beider gegenüber dem Vertrage. Für die
Gewerkschaften ist der Unternehmer kein höheres Wesen, sondern
von gleichem Schlage wie der Arbeiter und den gleichen Vertragsverpflichtungen
unterworfen, deren Freiheit keine anderen
Grenzen kennt als das Wohl der Gesamtheit.
Aber der Grundzug der Gewerkschaftsbewegung ist optimistisch.
Die Vertragsfreiheit zwischen gleichstarken Parteien ist nur eine
Stufe zu einem höheren Ziele. Dass die Verhältnisse gegen
früher besser geworden sind, ist zwar ein Beweis, dass sie auch in
Zukunft besser werden können, aber kein Grund, mit dem Erreichten
zufrieden zu sein und auch keine Begründung der sozialistischen
Theorie, es müsse erst schlimmer werden, ehe
es wieder besser werden könne. Würden die Zustände wirklich
zunächst schlimmer, so würde das die wirtschaftliche Kraft
der Arbeiterschaft so schwächen, dass sie sich gerade schwerer
vorwärts kämpfen könnten. Ein kleiner Schritt vorwärts ist der
Anfang zu einem weiteren Vorwärtsdringen, und gibt neue Kraft
und Mut dazu.
Der Gewerkschaftsgedanke steht in keinem notwendigen Gegensatz
zu dem sogenannten System der „Lohnsklaverei“. Mit diesem
Worte meint man eine wirtschaftliche an Stelle der gesetzlichen
Sklaverei, und Hunger statt der Peitsche als Zwangsmittel. Der
Gewerkschaftler erkennt an, dass in einigen Teilen des Landes
und in einigen Industrien, besonders gegenüber Frauen und Kindern,
eine solche praktische Sklaverei besteht, aber er bekämpft dann